Fade-out
Englisch: fade out
Die Lautstärke wird reduziert, etwa am Ende eines Liedes, bis nur noch Stille zu hören ist.
Fade out: schrittweise Reduktion auf Null, kein plötzliches Abschalten
Ein Fade out ist die schrittweise Reduktion eines Audiosignals auf Stille über einen definierten Zeitraum. Elektrisch betrachtet sinkt die Amplitude einer Wellenform linear oder logarithmisch ab, bis sie Null erreicht. Im Gegensatz zu einem harten Muting oder Ausschalten ist ein Fade out kontinuierlich und gleichmäßig, dauert typischerweise von wenigen hundert Millisekunden bis zu mehreren Sekunden, je nach Anwendung und gewünschtem ästhetischen Effekt.
In analogen Audioschaltungen wurden Fade outs historisch mit einem Potentiometer oder veränderbaren Widerstand im Signalweg erreicht, wobei der Bediener den Widerstand manuell über die Zeit reduzierte. Moderne digitale Systeme realisieren Fades durch Gain-Reduktion im Audioprozessor oder Digital Signal Processor (DSP), wobei ein Multiplikator den Sample-Wert bei jedem Zyklus verringert. Die Fade-Kurve selbst spielt eine Rolle: Lineare Fades reduzieren die Amplitude proportional über die Zeit, während logarithmische Fades (Kurven gleicher Lautheit) die menschliche Wahrnehmung berücksichtigen und oft natürlicher wirken, da die Lautheitswahrnehmung logarithmisch und nicht linear ist.
Fade outs sind Standard in der Musikproduktion, besonders beim Track-Ende, wo sie sowohl praktische als auch künstlerische Zwecke erfüllen. Ein Fade verhindert abrupte Stille und das hörbares Klicken oder Knacken, das auftritt, wenn Audio plötzlich abbricht. Rundfunk- und Podcast-Produktion setzen stark auf Fades, um zwischen Segmenten zu wechseln oder Material mit inkonsistentem Pegel zu handhaben. Bei der Live-Beschallung kann ein Fade out unerwünschte Geräusche oder Rückkopplung maskieren, wenn ein Künstler die Bühne verlässt.
Fade gegenüber Crossfade
Ein Fade out unterscheidet sich von einem Crossfade, bei dem ein Signal ausblendet, während gleichzeitig ein anderes einblendet. Ein Crossfade erfordert exakte Timing- und Pegelabstimmung; ein Fade out ist unidirektional. Beide nutzen den gleichen zugrunde liegenden Mechanismus (Gain-Reduktion über die Zeit), dienen aber unterschiedlichen Zwecken in Mixing- und Broadcast-Workflows.
Der Begriff Fade out stammt aus Film und Theater, wo Lichttechnikerinnen und Lichttechniker die Beleuchtung am Ende einer Szene auf Dunkel dimmten. Audio übernahm die Vokabeln direkt. An Hardware-Mischpulten ist der Fader (der physikalische Schieber zur Kontrolle des Kanalpegs) das Werkzeug, mit dem Fade outs ausgeführt werden; der Begriff Fader und Fade wurden in der professionellen Audio-Terminologie miteinander verknüpft und bleiben es bis heute.