SpracheEnglishDeutsch
Luftfahrttechnik

Fairey-Youngman-Klappe

Englisch: Fairey-Youngman flap

Eine Flugzeugklappe, die nach unten ausgefahren wird, dann nach hinten gleitet und anschließend nach oben oder unten rotiert.

Fairey-Youngman-Klappe: eine geschlitzte Flügelfläche mit dreifacher Bewegung

Die Fairey-Youngman-Klappe ist ein Auftriebshilfsmittel, das drei unterschiedliche Bewegungen kombiniert: Sie fährt aus ihrer Parkposition senkrecht nach unten, gleitet entlang des Flügels nach hinten und dreht sich dann, um ihre endgültige Betriebsposition einzunehmen. Diese Abfolge von Bewegungen ermöglicht es der Klappe, einen Schlitz mit beschleunigter Luft zwischen der Klappe und der festen Flügelfläche zu erzeugen, wodurch der Auftrieb wirksamer gesteigert wird als bei einer einfachen Scharnierklatte derselben Größe.

Das System wurde in den 1930er Jahren von der britischen Fairey Aviation Company in Zusammenarbeit mit John Youngman entwickelt. Frühe Ausführungen erschienen auf Renn- und Versuchsflugzeugen, wo das verbesserte Auftriebsbeiwert-Widerstandsbeiwert-Verhältnis die mechanische Komplexität rechtfertigte. Die Klappe erforderte präzise Gestänge, typischerweise mit Schienen, Nocken und Winkelhebeln, um die Reihenfolge und Geschwindigkeit jeder Bewegungsphase zu steuern. Da die Klappe sich auf einer vorgegebenen Bahn bewegt und nicht um einen einzelnen Scharnierbolzen dreht, unterscheidet sich das aerodynamische Störungsmuster von konventionelleren Ausführungen.

Funktionsweise und praktische Anwendung

Beim Abheben oder Landen treibt die Betätigung die Klappe zunächst nach unten, wodurch der erste Schlitz entsteht. Während sie sich weiterbewegt, gleitet die Klappe auf in die Flügelstruktur eingebauten Schienen oder Bahnen nach hinten, wobei sie je nach Flugzeugauslegung typischerweise 15 bis 30 cm zurücklegt. Sobald die Klappe das Ende ihrer Bahn erreicht, dreht sie sich nach oben oder unten in ihre endgültige Position, die 30 Grad oder mehr unterhalb der Profilsehne liegen kann.

Die Fairey-Youngman-Ausführung erlebte im Vergleich zu einfacheren Systemen wie der Fowler-Klappe oder der Spaltenklappe nur begrenzte Verbreitung. Die mechanische Komplexität führte zu höherem Gewicht und erhöhter Anfälligkeit für Riggingfehler, wenn die Reibung im Gestänge zunahm oder die Abfolge der Bewegungen gestört wurde. Wartungsprüfungen müssen überprüfen, dass das Senken, Verschieben und Drehen in der richtigen Reihenfolge und mit angemessenen Geschwindigkeiten ablaufen. Jede Blockierung in den Schienen oder verbogene Winkelhebel führt zu unsymmetrischer Klappenbewegung, ein gefährlicher Zustand während des Flugs.

Moderne Verkehrsflugzeuge haben solche komplexen Einfachelemente-Systeme weitgehend durch mehrelementige Anordnungen ersetzt: Führungskanten-Vorflügel, Hauptklappen und Hinterkantengeräte, die unabhängig voneinander bewegt werden. Das Fairey-Youngman-Prinzip lebt heute hauptsächlich in historischen Ingenieurtexten und in den Wartungshandbüchern einer kleinen Anzahl noch in Betrieb befindlicher Originalflugzeuge fort.

Mehr aus Aviation maintenance

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.