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Schiffbau und Werft

Fall

Englisch: fall

Der Teil des Taues eines Flaschenzugs, an dem die Zugkraft beim Heben angreift, üblicherweise in der Mehrzahl.

Fall: das Arbeitsende eines Takelseils

In der Riggerei und beim Heben ist ein Fall das freie Ende eines Seils, das durch einen Flaschenzugblock läuft und von Hand oder Maschine gezogen wird, um eine Last zu heben. Wenn Sie den Fall ziehen, vervielfacht die mechanische Kraft des Takelns Ihre Zugkraft, so dass kleinere Mannschaften schwere Ladung bewältigen können. An Bord eines Schiffes oder auf einer Werft sind Fälle unverzichtbar: Sie verrichten die eigentliche Hebetätigkeit, während die festen Teile des Takelns, also die Stehenden und die Blöcke, den mechanischen Vorteil liefern.

Die meisten Takelzüge haben mehrere Fälle, die parallel arbeiten. Ein zweifaches Takel hat zwei Fälle, ein vierfaches hat vier. Jeder zusätzliche Fall teilt die Last und verringert die erforderliche Zugkraft pro Fall um diesen Faktor, erfordert aber proportional mehr Seil zum Ziehen. Die Fälle sind am einen Ende im Lasthaken, im Ladungsring oder in der Schiffsstruktur gespleißt oder anderweise befestigt, am anderen Ende bleiben sie frei, damit die Mannschaft zugreifen kann. Bei motorgetriebenen Schiffen können Fälle fest mit Winden verbunden sein, statt von Hand gezogen zu werden.

Material und Instandhaltung

Früher wurden Fälle aus Naturfaserseil hergestellt: Manilafaser, Sisal oder Hanf. Diese saugten Wasser auf, dehnten sich unter Last und verfaulten, wenn sie nass wurden. Moderne Fälle bestehen häufig aus Kunststoff: Polypropylen, Nylon oder Polyester. Kunstfaserfälle behalten ihre gleichmäßige Festigkeit auch bei Nässe, widerstehen Fäulnis und halten länger unter rauen Meeresbedingungen. Sie sind allerdings rutschiger und erfordern bessere Knoten und sicherere Griffe beim Handhaul. Stahlseile werden bei schwerem Gerät und mit mechanischen Hubzeugen verwendet, benötigen aber besondere Behandlung und neigen zum Knicken.

Fälle verschleißen durch Reibung, wenn sie durch Blöcke und über Fairleads gleiten, durch UV-Belastung an Deck und durch Überbelastung. Gescheuerte oder ausgefranste Fälle müssen ersetzt werden, bevor sie reißen, besonders wenn Personen oder schwere Lasten gehoben werden. Der Durchmesser des Falls muss zur Flaschenzugscheibe und zur erforderlichen Festigkeit passen; zu dünne Fälle reißen, zu dicke passen nicht oder schwächen den mechanischen Vorteil.

Der Begriff Fall kommt von der Vorstellung, dass das Seil nach dem Heben der Last frei von der Rolle 'fällt', oder von der historischen Praxis, das Arbeitsende lose hängen zu lassen, statt es aufzuwickeln. In der modernen Schiffssprache werden Fälle nach dem Takelzug benannt (einfacher Fall, doppelter Fall, dreifacher Fall) und nach ihrer Funktion benannt: Ladungsfall, Bootfall, Davitfall. Das Wort wird in Kraftwerken oder Fabriken selten verwendet, wo 'Seil' oder 'Kabel' häufiger sind, bleibt aber in maritimen Handwerken und unter Rigger üblich, die mit Takeln an Bord oder in Werften arbeiten.

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