Fang
Englisch: fang
Kanal oder Rohr zum Transport von Frischluft zu arbeitenden Bergleuten.
Fang: ein Luftkanal, der in tiefe Bergbauschächte gepresst wird
Im Hartgesteinbergbau ist ein Fang ein absichtlich angelegter Luftkanal, der entweder direkt in das Gestein geschnitten oder als starres Rohrsystem installiert wird und frische Luft zu tief unter der Oberfläche arbeitenden Bergleuten führt. Der Begriff ist besonders in südafrikanischen und australischen Bergbauregionen verbreitet. In Tiefen über 500 Metern versagt die natürliche Belüftung völlig; ein Fang wird zur lebensnotwendigen Infrastruktur und liefert kühlere Oberflächenluft bis zu den Schachtgründen und Abbauorten, wo sonst Hitzestress und Kohlendioxidansammlung die Arbeit unmöglich machen würden.
Fangs haben im Gestein typischerweise einen quadratischen oder rechteckigen Querschnitt mit Seitenlängen von etwa 300 mm bis 600 mm. Als Rohrsysteme werden sie meist aus Baustahl oder gelegentlich Gusseisen gefertigt, mit Durchmessern von 200 mm bis 800 mm. Der Fang verläuft vertikal oder nahezu vertikal von der Oberfläche den Hauptschacht hinab, oft neben dem Fördergerüst angeordnet, aber räumlich davon getrennt. Die Luft wird entweder durch große Oberflächenventilatoren (oft 30 bis 50 Kilowatt oder mehr) oder durch natürlichen Auftrieb gepresst, wenn die Grubenanlage das zulässt.
Reibungsverluste und Instandhaltungsprobleme
Luft, die mit hoher Geschwindigkeit durch einen langen Fang strömt, erleidet erhebliche Reibungsverluste; ein 1000 Meter langer Fang kann am unteren Ende 40 bis 60 Prozent seines Drucks verlieren. Beläge (Mineralablagerungen), Staubakkumulation und strukturelle Versätze verringern den Luftstrom zusätzlich. In wasserhaltigen Gruben korrodieren Stahlkanäle durch Wasserstau in tieferen Abschnitten und verengen die Bohrung. Regelmäßige Reinigung, Kontrolle auf Risse und Rost sowie Abgleich des Oberflächenventilatorbetrieds sind notwendige Instandhaltungsaufgaben; Vernachlässigung führt unmittelbar zu unzureichender Stoßlüftung und hitzebedingten Unfällen.Die Unterscheidung zwischen einem Fang und einem allgemeinen Grubenbelüftungsschacht hat betriebliche Bedeutung. Ein Fang ist ein dedizierter Frischluftzubringer; Abluft steigt durch den Hauptschacht oder getrennte Wetterschächte auf. In älteren flacheren Gruben oder Steinbrüchen kann ein natürlicher Fang vorhanden sein, bei dem kühle Luft auf der einen Seite eines Schachts einfach deshalb absteigt, weil sie dichter ist als die auf der anderen Seite aufsteigende wärmere Luft. Diese benötigen keine Ventilatorkraft, bieten aber nur minimale Regelung und Durchsatz.
Das Wort Fang selbst (aus afrikaansem oder niederländischem Bergbauvokabular) wurde in englischen Bergbaulehrbüchern nicht einheitlich standardisiert, die eher Begriffe wie Downcomer oder Supply Duct verwenden. Regionale Nomenklatur setzt sich in Longwall- und Tiefhartgesteinabbaubetrieben fort, wo das Wort unter Schichtarbeitern und Ingenieuren historische Geltung hat. Zu wissen, ob deine Grube diese Anlage als Fang, Downcast oder Supply Shaft bezeichnet, ist wichtig für die Verständigung mit dem Schichtteam und beim Lesen älterer geologischer oder technischer Unterlagen aus dieser Region.