SpracheEnglishDeutsch
Energie und Versorgung

Speisepunkt

Englisch: feedpoint

Stelle an einer Antenne, an der hochfrequente elektrische Leistung zugeführt wird.

Speisepunkt: wo der Sender auf die Antenne trifft

Der Speisepunkt ist die physische Stelle, an der eine Übertragungsleitung an eine Antenne angeschlossen wird und Hochfrequenzenergie (HF) in das Strahlungselement liefert. Hier endet das Koaxialkabel oder der Wellenleiter vom Sender und bildet die kritische Schnittstelle zwischen der gespeisten Leitung und der ungespeisten Antennenstruktur. Die Impedanzanpassung an dieser Stelle bestimmt, wie effizient die Energie abstrahlt, statt in die Leitung zurückzureflektieren.

Der Speisepunkt bestimmt das Abstrahldiagramm der Antenne und die Speiseimpedanz. Bei einer einfachen Dipolantenne sitzt der Speisepunkt in der elektrischen Mitte, typischerweise zwischen den beiden Armen des Strahlers. Bei Schleifentennen, speiseendgespeisten Konfigurationen oder phased Arrays kann der Speisepunkt versetzt oder über mehrere Stellen verteilt sein. Die Verschiebung des Speisepunkts entlang des Strahlungselements verändert die vom Wellenleiter gesehene Impedanz und damit die Anpassung an die charakteristische Impedanz 50 Ohm oder 75 Ohm der Speiseleitung.

Impedanz und Anpassung

Eine schlechte Impedanzanpassung am Speisepunkt verschwendet Leistung: HF-Energie, die nicht abgestrahlt werden kann, reflektiert in den Sender zurück, erzeugt Wärmeverluste im Kabel und verringert die Effizienz. Dieser Reflexionsfaktor wird als Rückkehrdämpfung (in dB) oder Stehwellenverhältnis (VSWR) ausgedrückt. Typische Auslegungsziele liegen zwischen VSWR 1,5:1 und 2:1 über der beabsichtigten Betriebsbandbreite. Anpassungsnetzwerke, Stummernetzwerke oder Balun-Transformatoren können am Speisepunkt eingefügt werden, um fehlangepasste Antennen in den akzeptablen Bereich zu bringen, verbrauchen aber etwas Leistung und erhöhen die Komplexität.

Die mechanische Struktur rund um den Speisepunkt ist wichtig: Befestigungshardware, Witterungsschutz und benachbarte leitfähige Oberflächen beeinflussen Impedanz und Abstrahlverhalten. Bei Array-Antennen und phasengekoppelten Systemen müssen mehrere Speisepunkte in Phase und mit kontrollierten Amplitudenverhältnissen gespeist werden; Phasenfehler an einzelnen Speisepunkten zerstören das Gesamtstrahlenmuster und die Nullstellen. Der Speisepunkt ist auch die Stelle, an der Korrosion, Feuchteeinfall und Steckerverschleiß bei Außeninstallationen am häufigsten auftreten und damit ein häufiger Wartungsschwerpunkt.

In Mikrowellen- und Satellitensystemen kann der Speisepunkt ein Hornwellenleiter, eine Sonde in einer Wellenleiter-Hohlraumresonanz oder eine Schlitzöffnung in einer metallischen Struktur sein. Bei niedrigeren Frequenzen (Mittelwelle, Kurzwelle) ist der Speisepunkt normalerweise ein einfacher Koaxialstecker oder ein Paar schwerer Leiter, die an der Antennenbasis verschraubt sind. Der Begriff gilt gleichermaßen für Sende- und Empfangsantennen: Die Impedanzanpassung am Speisepunkt beim Empfang ist für Empfindlichkeit und Rauschzahl genauso entscheidend wie beim Senden.

Mehr aus Energy and utilities

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.