Feldkopf
Englisch: field head
Der Kopf, der beim Aufstauen des Nietschaftes nach dem Einsetzen durch die zu verbindenden Materialien entsteht, im Gegensatz zum Fabrikationskopf. Der Feldkopf eines Vollniets ist typischerweise pfannkuchenförmig und hängt von der Form des Stauchgesenks oder des verwendeten Werkzeugs ab. Der Feldkopf eines Blindniets ist typischerweise ringförmig.
Feldkopf: der zweite Kopf, den man auf einen Niet hämmert
Ein Feldkopf ist der Kopf, der sich auf einem Niet bildet, nachdem dieser durch übereinanderliegende Materialien getrieben und durch Schlag oder Druck verformt (gestaucht) worden ist. Der Werkskopf, der bei der Nietherstellung entsteht, bleibt unverändert; der Feldkopf wird vor Ort geschaffen, um die Verbindung zu vollenden. Bei Vollnieten geschieht dies durch Schläge mit dem Hammer auf den vorstehenden Nietstummel gegen einen Gegenhalt, der auf der Gegenseite gehalten wird. Bei Blindnieten wird ein Dorn durch den Nietkörper gezogen, um den Feldkopf ohne Zugang zur Rückseite zu schaffen.
Form und Qualität des Feldkopfes hängen ganz von dem eingesetzten Werkzeug und der Technik ab. Vollniete, die mit Hand- oder Drucklufthämmern gegen einen flachen Gegenhalt getrieben werden, erzeugen einen ungefähr pfannkuchenförmigen Feldkopf; unterschiedliche Gegenhaltkonturen (gewölbt, konisch) ergeben unterschiedliche Ergebnisse. Blindniete bilden üblicherweise einen charakteristischen ringförmigen Feldkopf, wenn der Dorn den Nietstummel radial nach außen spreitet. Der Kopf muss groß genug und gut geformt sein, um volle Anpresskraft über die Verbindung zu entwickeln und dem Durchziehen unter Last zu widerstehen.
Qualität und Ausfallarten
Ein schlecht ausgebildeter Feldkopf ist eine häufige Ursache für Nietverbindungsversagen. Wenn der Stummel nicht vollständig gestaucht ist, kann der Kopf zu klein sein und eine unzureichende Auflagefläche bieten; der Niet kann dann unter Schub- oder Zugbelastung durch das Material durchziehen. Umgekehrt kann bei übermäßiger Stauchung Material von der Nietachse wegfließen und den Schaft verdünnen, wodurch sein wirksamer Durchmesser sinkt. Kalte Niete und stumpfe Gegenhalte erhöhen die Härte und verringern die Verformbarkeit, was es schwierig macht, einen fehlerfreien Kopf zu erreichen. Korrosionsgrübchen auf dem Niet oder den Materialien beeinträchtigen auch den Stauchfluss.
Der Begriff "Feld" unterscheidet diesen zweiten Kopf vom Werkskopf, weil er vor Ort, in der Fertigungslinie oder am Bauwerk und nicht im Nietwerk gebildet wird. Diese Ausdrucksweise wurde in der Luft- und Stahlbaubranche Standard, wo Nietverbindungen vorherrschend waren und die Qualität der Feldköpfe die Verkehrstauglichkeit und Sicherheit direkt beeinflusste. Moderne Nietverbindungen in der Luft- und Raumfahrt, im Schiffbau und im Brückenbau verlassen sich immer noch auf die Feldkopfintegrität, obwohl viele Anwendungen zu Schrauben oder Schweißungen übergegangen sind.