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Industrieelektronik

Feldbus

Englisch: fieldbus

Mitglied einer Familie von industriellen digitalen Kommunikationsnetzen für dezentrale Echtzeitregelung

Feldbus: nervöses System für Fabrikmaschinen mit Drahtverbindung

Ein Feldbus ist ein bidirektionales digitales Kommunikationsnetz, das Sensoren, Aktoren, Steuerungen und Bedienoberflächen in einer Fabrik oder Maschine in Echtzeit verbindet. Statt einzelne Analogdrähte von jedem Sensor oder Ventil zurück zu einem zentralen Schaltschrank zu verlegen, nutzt ein Feldbus ein einzelnes Kabelpaar (oder eine Glasfaserlitze) und überträgt mehrere Signale gleichzeitig als serielle Datenpakete. Das verringert die Verdrahtungskomplexität erheblich und ermöglicht es den Geräten, direkt miteinander zu kommunizieren, anstatt über ein zentrales Gateway zu gehen.

Die wichtigsten in der Industrie eingesetzten Feldbus-Standards sind PROFIBUS, PROFINET, EtherCAT, Modbus RTU, HART und CANopen. PROFIBUS arbeitet mit Geschwindigkeiten bis 12 Mbps über verdrillte Kupferkabel und unterstützt bis zu 127 Geräte pro Segment; PROFINET läuft über Industrial Ethernet mit Gigabit-Geschwindigkeit; EtherCAT erreicht Mikrosekunden-Synchronisation über hunderte Knoten. Jeder Standard legt Kabeltyp, Baudrate, Steckergeometrie und das Nachrichtenformat fest, das die Geräte verstehen müssen. Die Wahl hängt ab von den Zykluszeit-Anforderungen, der Entfernung, den Umweltbedingungen und davon, ob deterministisch (garantierte Timing) oder nur robuste Kommunikation nötig ist.

Ein Feldbus-Knoten ist jedes Gerät, das ans Netz angeschlossen ist: ein Temperaturaufnehmer, ein Motordrive, eine speicherprogrammierbare Steuerung, ein Ein-/Ausgangsmodul. Der Netz-Master (meist eine SPS oder Motion Controller) sendet Abfragen und Befehle; Slave-Geräte antworten mit Sensormessungen oder Status. In manchen Topologien können Geräte Daten peer-to-peer austauschen, ohne dass der Master nachfragt. Das Timing ist entscheidend in Bewegungssteuerungen oder synchronisierten Prozessen, deshalb garantieren deterministische Fieldbuses wie PROFIBUS DP und EtherCAT, dass jede Nachricht innerhalb eines bekannten Zeitfensters zugestellt wird, typisch 10 bis 100 Millisekunden je nach Segmentlänge und Geräteanzahl.

Warum Fieldbuses in der Fabrik wichtig sind

Fieldbuses sparen Installationsarbeit erheblich. Eine Maschine, die früher 50 einzelne Sensorkabel zurück zur Steuerreihe brauchte, braucht jetzt ein mehradriges Kabel und eine Stromleitung. Die Diagnostik verbessert sich, weil jedes Gerät seinen eigenen Zustand melden kann, nicht nur seinen Messwert. Parametrierung und Inbetriebnahme verlagern sich vom Schrank auf das Gerät selbst: Ein Techniker mit einem tragbaren Terminal kann direkt über das Netz auf einen Drive oder Aufnehmer zugreifen und Verstärkung, Schwellwerte oder Skalierung einstellen, ohne das Hauptprogramm anzufassen.

Häufige Fehlermodi sind Abschlusswiderstand-Probleme bei PROFIBUS-Segmenten (verursachen Bitfehler und Timeouts), Kabelschädigung durch Öl oder Biegen in beweglichen Anwendungen und Knoten-Adresskonflikte nach Feldservice. Erdschleifen und elektromagnetische Störungen können serielle Daten verfälschen; verdrillte abgeschirmte Kabel und Ferritkerne sind Standard-Gegenmaßnahmen. Die Leistung sinkt auch, wenn zu viele Geräte hinzugefügt werden, ohne die Zykluszeit zu senken, oder wenn Kabelläufe die Standard-Längenbegrenzung überschreiten (typisch 1200 Meter für PROFIBUS bei voller Geschwindigkeit).

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