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Holzbearbeitung

Fingerverbindung

Englisch: finger joint

Eine meist geklebte Verbindung, bei der mehrere einteilige Zapfen in entsprechende Nuten passen; wird besonders bei der Herstellung langer Profilleisten verwendet.

Fingerzinkung: ineinandergreifende Holzzacken für Festigkeit und Längung

Eine Fingerzinkung ist eine mechanische Verbindung zwischen zwei Holzteilen, bei der eine Reihe rechteckiger Zacken (die 'Finger') auf einem Brett mit entsprechenden rechteckigen Nuten auf einem anderen ineinandergreifen. Die Zacken und Nuten verlaufen senkrecht zur Faserrichtung beider Teile. Bei sachgerechter Ausführung erzeugt diese Geometrie eine große Kontaktfläche, die beim Verleimen eine Verbindung ergibt, die stärker ist als das Massivholz selbst.

Die Zinkung ist besonders wertvoll beim Kantverleimen zur Längung, ohne dass Stirnholz auf der Vorderseite sichtbar wird. Ein Leistenhersteller kann beispielsweise einzelne Rohbretter durch Einfügen ihrer Finger in die Nuten eines benachbarten Rohbretters verbinden, dann Druck und Leim aufbringen. Das zusammengesetzte Rohbrett läuft dann durch einen Profiliermaschine oder Fräsmaschine zum Herstellen des endgültigen Profils. Das Zinkenmuster selbst verschwindet bei der Bearbeitung. Dieses Verfahren ist wesentlich wirtschaftlicher als die Suche nach langen, astfreien, geraden Brettern in speziellen Güteklassen.

Die Abmessungen der Finger sind sehr unterschiedlich je nach Holzart, Verbindungsdicke und Belastungserwartung. Typische Proportionen sehen jeden Finger etwa 20 bis 30 Millimeter lang (die Schnitttiefe in die Holzfläche) mit Breiten zwischen 8 und 15 Millimetern. Die Verbindung wird mit einer vertikalen Spindelmaschine mit individualisiertem Finger- und Nutenfräskopf gefertigt, oder zunehmend mit Spindelwerkzeugen an horizontalen Bohrmaschinen. CNC-Fräsmaschinen bearbeiten sowohl große als auch kleine Serien. Lockerer Toleranzen führen zu Wackelkontakt; enge Toleranzen verhindern Leimfluss in die Zahnwurzeln, was zu unterleimten Linien führt.

Der Leim ist fast immer Polyurethan (einkomponentig, feuchteaktiviert) oder Phenolharz, ausgewählt wegen Wasserbeständigkeit und Durchhärtungsfähigkeit bei engen Verbindungen. Knochenleim und Weißleim trocknen zu schnell und fehlt die Feuchtetoleranz, die erforderlich ist, wenn Finger leicht untermaßig gefertigt werden, um Verleimpressdruck zu erzeugen. Sägespäne aus der Fräsoperation, wenn sie in den Nuten verbleiben, werden während des Verleimens zum Schleifmittel und müssen ausgeblasen oder weggebürstet werden.

Fingerzinkungen sind kein Oberflächenfinish-Merkmal; sie existieren rein zur Lastaufnahme und Längung. Schlechte Ausführung zeigt sich als Spalten an der Zahnwurzel unter Belastung oder als Leimfluss und Faserausrisse an den Zackenspitzen. Die Verbindung reißt in Scherung entlang der Leimfuge oder in Zugspannung entlang der Faser, wenn die Finger selbst zu dünn sind. Bei architektonischen Leisten, die nur ihr Eigengewicht tragen, sind untermaßige Finger gängige Kostensparmethode; bei tragenden Anwendungen muss die Verbindung für den Lastfall bemessen werden.

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