Fanggreifer
Englisch: finger grip
Ein Werkzeug zum Bergen von Rohren oder Werkzeugen, die in einem gebohrten Schacht abgerutscht sind.
Fingergreifer: Fischereigerät zum Bergen von verlorenen Bohrwerkzeugen in der Tiefe
Ein Fingergreifer ist ein mechanisches Überfahrwerkzeug, das an einem Draht- oder Stahlseil in ein Bohrloch hinabgelassen wird, um Gestänge, Werkzeuge, Rohre oder andere Gegenstände zu bergen, die während des Bohrens oder bei Bohrarbeiten versehentlich verloren gehen. Er besteht aus einem zylindrischen Körper mit federbelasteten oder angelenkten Fingern (meist vier bis sechs), die die Außenseite des feststeckenden Gegenstands greifen, wenn das Werkzeug über ihm hinabgelassen und Spannung aufgebracht wird. Der Bediener arbeitet von der Oberfläche aus und fühlt über die Seilspannung die Rückmeldung, um einen sicheren Halt zu bestätigen, bevor der verlorene Gegenstand nach oben geholt wird.
Das Werkzeug gehört zur Familie der Bergewerkzeuge, die in Öl-, Gas-, Geothermie- und Mineralbohrungen eingesetzt werden. Verwandte Geräte sind Überfahrwerkzeuge (die über einen Fang gleiten), Speerwerkzeuge (die in Rohre eindringen) und Schlag- oder Stoßwerkzeuge (die plötzliche Schläge erzeugen, um feststeckende Ausrüstung zu lösen). Ein Fingergreifer wird gewählt, wenn der verlorene Gegenstand einen glatten Außendurchmesser hat und der Bediener eine zerstörungsfreie Bergungsmethode benötigt, die Schäden am Gegenstand minimiert.
Die Konstruktion des Fingergreifers ist je nach Bohrlochdurchmesser und Gegenstandsgewicht unterschiedlich. Standard-Industriemodelle bewältigen normalerweise Bergetiefen von 500 bis 5.000 Metern und Gegenstände bis zu 2 bis 5 Tonnen, wobei es auch maßgefertigte Schwerlastausführungen gibt. Die Finger bestehen normalerweise aus gehärtetem Stahl und müssen fest genug greifen, um die Last am Seil zu halten, ohne zu rutschen, müssen aber auch loslassen können, ohne den geborgenen Gegenstand zu beschädigen. Glatte Bohrlochwände und Gegenstände ohne Verbindungsstücke oder Schultern funktionieren am besten; raue Oberflächen, angesammelte Ablagerungen oder konische Geometrien verringern die Zuverlässigkeit des Griffs.
Der Hauptausfallmodus ist das Durchrutschen der Finger, bei dem die Seilspannung allein nicht ausreicht, um ausreichende Klemmkraft zu erzeugen. Dies tritt auf, wenn der Durchmesser des Gegenstands nicht in den Konstruktionsbereich des Werkzeugs passt, wenn die Bohrlochwand stark korrodiert oder verkrustet ist, oder wenn der Bediener die Spannung zu langsam aufbringt und die Finger nicht verriegeln können. Übermäßige Nutzung verschleißt auch die Griffoberflächen und Federn der Finger und verringert die Griffsicherheit im Laufe der Zeit.
Der Begriff Finger stammt direkt vom Mechanismus des Werkzeugs: die kleinen angelenkten oder federbelasteten Arme, die die Bewegung von menschlichen Fingern nachahmen, die sich um einen Gegenstand schließen. Greifer beschreibt seine Funktion. In manchen Regionen oder älteren Texten kann das Werkzeug auch Überfahrwerkzeug oder Fischereiüberfahrwerkzeug genannt werden, wobei dieser Begriff technisch gesehen die breitere Klasse von Werkzeugen beschreibt, die über einen Fang gleiten, anstatt in ihn einzudringen.