Brandschutzkasten
Englisch: fire cabinet
Ein Schrank mit Feuerlöschausrüstung.
Feuerlöscherschrank: Wandmontierte Notfallausrüstungslagerung
Ein Feuerlöscherschrank ist ein verschlossenes oder verglastes, an der Wand montiertes Gehäuse zur Aufbewahrung tragbarer Feuerlöschgeräte, üblicherweise ein Feuerlöscher, eine Löschdecke und manchmal eine Schlauchtrommel oder ein Erste-Hilfe-Set. Der Standardschrank ist etwa 600 mm breit, 800 mm hoch und 200 mm tief, wobei die Abmessungen variieren. Er wird in Augenhöhe montiert (üblicherweise 1,2 bis 1,5 Meter vom Boden) an gut sichtbaren Stellen entlang von Fluchtrouten, in der Nähe von Hochrisikobereichen wie Küchen oder Elektroräumen sowie in gewerblichen und industriellen Gebäuden, wo dies vorgeschrieben ist.
Die Schrankür kann aus Vollmetall mit Schlüsselverschluss oder verglast (gehärtetes Glas) mit Druckausschlagsmechanismus ausgeführt sein. Verglaste Türen ermöglichen eine schnelle visuelle Kontrolle des Inhalts und erfordern im Notfall keinen Schlüssel; das Durchschlagen der Scheibe löst bei einigen Modellen einen hörbaren Alarm aus. Vollschrankdüren eignen sich für diebstahlgefährdete Orte. Das Innere ist üblicherweise in leuchtendem Rot oder Gelb gestrichen und enthält Montageklammern oder Befestigungselemente, um Löscher und Ausrüstung gegen Vibration oder raue Handhabung sicher zu halten.
Normen und Platzierung
In Europa fallen Feuerlöscherschränke unter EN 3-7 (für aufputzgeräte) und müssen ein rotes Quadrat oder Dreieck auf weißem Hintergrund mit mindestens 400 mm Kantenlänge anzeigen. Der Schrank selbst ist nicht feuerbeständig bewertet; er ist nur ein Lagerungs- und Zugriffsgerät. Baugenehmigungen in den meisten Jurisdiktionen schreiben Feuerlöscherschränke in bestimmten Nutzungsarten vor: Büros ab einer bestimmten Geschossanzahl, Lagerhäuser, Speisebereiche und Produktionsstätten. Der Schrankinhalt muss gesetzlich der Gefährdungsklasse des Bereichs entsprechen, sodass ein Chemielager andere Löschemitteltypen lagert als ein Bürogebäude.
Häufige Schwachstellen sind korrodierte Schlösser (durch Feuchtigkeit oder Salzsprühnebel in Küstenbetrieben), Türen, die durch Stoß oder Fehlausrichtung klemmen, und fehlende regelmäßige Inspektionsplaketten. Viele Betreiber versäumen es, Ausrüstungen nach Gebrauch oder nach dem auf den Löschern angegebenen Verfallsdatum zu ersetzen oder aufzufüllen. In industriellen Umgebungen können Vibrationen von nahe gelegenen Maschinen die Schranktürscharniere lockern, wenn die Schränke nicht ordnungsgemäß an den Wänden verankert sind.
Der Feuerlöscherschrank unterscheidet sich von einem Feuer-Löschposten (eine kleine modulare Struktur mit Schläuchen und Pumpen) und von einem Sprinklerschacht (der Wasserleitungsventile enthält). Er ist das Einstiegs-Notfall-Ausrüstungsmittel in jedem Gebäude und oft die erste erreichbare Ressource in der kritischen ersten Minute eines kleinen Brandes. Seine Wirksamkeit hängt ganz von der Schulung des Personals und regelmäßigen Wartungsprüfungen ab, nicht vom Schrankdesign selbst.