Feuersetzen
Englisch: firesetting
Methode, bei der Feuer verwendet wird, um die Arbeitsfläche einer Erzlagerstätte zu erweichen oder zu zerklüften und damit das Abbrennen zu erleichtern; später durch Sprengstoffeinsatz verdrängt.
Feuersetzen: antiker Bergbau, Erhitzen von Gestein zum Erzeugen von Bruchstellen
Feuersetzen war eine Hauptmethode zum Aufbrechen von hartem Gestein in unterirdischen Bergwerken, bevor chemische Sprengstoff verfügbar wurden. Ein Feuer wurde direkt gegen die Arbeitsfläche der Lagerstätte gebaut und heizte das Gestein intensiv auf. Beim Abkühlen des erhitzten Gesteins (oft beschleunigt durch Wasserguss) verursachte der Temperaturschock Risse und Abplatzungen. Die Bergleute entfernten dann das zerbrochene Gestein mit Spitzhämmern und Handwerkzeugen und trieben so die Ausbaustrecke in den Erzkörper vor.
Die Technik basierte auf dem Prinzip, dass sich Gestein bei ungleichmäßiger Erwärmung ausdehnt; schnelle Abkühlung erzeugt Spannungskonzentrationen, die die Zugfestigkeit des Steins übersteigen. Der Erfolg hing ab von der Gesteinart, der Feuerintensität und dem Zeitpunkt der Abkühlung. Granite und massive Sulfide zerbrachen relativ zuverlässig; geschichtetes oder stark kluftiges Gestein war weniger berechenbar. Ein einzelner Brandzyklus konnte die Arbeitsfläche um nur etwa 30 bis 60 Zentimeter vorbringen, was den Fortschritt im Vergleich zu späteren Sprengmethoden sehr langsam machte.
Feuersetzen war brutal ineffizient und gefährlich. Rauch und Hitze schufen tödliche Bedingungen unter Tage; Kohlenmonoxid und Sauerstoffmangel töteten Arbeiter in der Nähe des Brennpunkts. Das Verfahren verschlang riesige Mengen Holz als Brennstoff in tiefen Bergwerken, wo Holz von Hand hinuntertransportiert werden musste. Wasser zum Abkühlen musste zur Arbeitsfläche getragen oder geleitet werden. Trotz dieser Kosten setzte sich Feuersetzen in europäischen und anderen Bergwerken bis ins 16. und 17. Jahrhundert fort, besonders dort, wo geeignete Gesteinstypen den Aufwand rechtfertigten.
Der Begriff spiegelt die wörtliche Handlung: Feuer auf Stein setzen. Er erscheint in Bergbaudokumenten seit dem Mittelalter. Glycerinbasierte Sprengstoffe und später Dynamit und Schießpulver machten Feuersetzen im 19. Jahrhundert obsolet. Das Verfahren existiert heute nur noch im historischen archäologischen Kontext und in seltenen Situationen, in denen konventionelle Sprengstoffe nicht verwendet werden können oder wirtschaftlich nicht vertretbar sind.