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Bergbau und Gewinnung

Stoßer

Englisch: drifter

Person, die mit dem Abteufen von Gestein außer Kohle beschäftigt ist

Streckenvortriebsarbeiter: der Bergmann, der horizontale Stollen fährt

Ein Streckenvortriebsarbeiter ist ein Bergmann, der pneumatische oder hydraulische Bohrgeräte bedient, um horizontale oder nahezu horizontale Stollen durch Gestein zu treiben. Im Gegensatz zu Schachtabteufern, die vertikal arbeiten, fahren Streckenvortriebsarbeiter Stollen, die Zugangswege und Förderstrecken, die das Rückgrat eines Untertagebaus bilden. Diese Stollen können Erzlagerstätten in der Horizontalen folgen, Abbausohlen verbinden oder für Bewetterung und Fluchtmöglichkeiten sorgen.

Streckenvortriebsarbeiter arbeiten mit Schlagbohrmaschinen, die von Druckluft oder Hydraulikflüssigkeit angetrieben werden. Eine typische Anlage montiert einen Bohrboom auf einem Kettenfahrzeug oder einer Radmaschine, was dem Bediener ermöglicht, Bohrgestänge unterschiedlicher Längen (oft 1,2 bis 1,5 Meter pro Segment) zum Anschlag gegen die Gesteinsoberfläche zu positionieren. Der Bediener steuert den Bohrdruck, die Drehzahl und die Vorschubgeschwindigkeit über Handsteuerungen oder automatisierte Systeme. Der Lochdurchmesser liegt üblicherweise zwischen 38 und 51 mm für die Platzierung von Sprengladungen.

Die Arbeit verlangt präzise Geometrie: Bohrlöcher müssen richtig angewinkelt sein, um gleichmäßigen Gesteinszerfall und minimalen Sohlenschaden zu erreichen. Schlechte Lochverteilung oder falscher Winkel führen zu Überbruch (Gesteinszerfall über die geplante Grenze hinaus), was Erz verschwendet und Sicherheitsrisiken schafft, oder zu Unterbruch, der schwieriges Gestein hinterlässt und den Vortrieb verlangsamt. Ein erfahrener Streckenvortriebsarbeiter kennt den Gesteinstyp und passt seine Technik entsprechend an; Granit erfordert andere Lochbilder und Zeitvorgaben als Sedimentgestein.

Bedingungen und Gefahren

Streckenvortriebsarbeiter sind hohen Lärmpegeln ausgesetzt (oft 95 bis 105 dB), Vibrationen, die durch das Gerät und das Bohrgestänge übertragen werden, und Quarzstaubbelastung durch das Gesteinbohren. Bewetterungssysteme müssen ständig arbeiten, um Bohrerdämpfe und Staub zu entfernen; Atemschutz ist in den meisten Betrieben Standard. Wärmestau in engen Stollen, besonders in großer Tiefe, verstärkt die physische Belastung.

Der Begriff Streckenvortriebsarbeiter unterscheidet diese Rolle von Schachtabteufer (vertikale Schächte), Sprenger (Platzierung und Zündung von Sprengstoff) und Lader (Last-, Förder- und Kipperfahrzeuge). Im Hartgesteinsabbau (Gold, Kupfer, Nickel) sind Streckenvortriebsarbeiter unverzichtbar; im Kohleabbau wird Auffahrungsarbeit üblicherweise anders vergeben, weshalb die historische Definition ausdrücklich Kohle ausschließt. Moderne Bergwerke nutzen zunehmend mechanisierte Tiefbohrgeräte, die ein einzelner Bediener von der Oberfläche oder aus sicherer Entfernung steuern kann, doch unterirdischer Streckenvortrieb bleibt bei Erzlagerstätten häufig, wo die Bohrlochlänge oder Zugangseinschränkungen größere Geräte unmöglich machen.

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