Floating Car Data
Englisch: floating car data
Ein Verfahren zur Bestimmung der Verkehrsgeschwindigkeit auf einem Straßennetz durch Überwachung der Geostandorte von Mobiltelefonen der Fahrzeugführer.
Floating Car Data: Geschwindigkeitsmessungen von bewegten Mobiltelefonen
Floating Car Data (FCD) sind Verkehrsinformationen zur Geschwindigkeit, die durch die Verfolgung der Echtzeitpositionen von Mobiltelefonen in den Händen von normalen Autofahrern erfasst werden, während diese sich durch ein Straßennetz bewegen. Anstatt sich auf feste Sensoren, Induktionsschleifen oder Kameras an bestimmten Punkten zu verlassen, nutzt FCD GPS- oder Mobilfunkstandortdaten von Smartphones, um ein durchgehendes Bild davon zu zeichnen, wie schnell der Verkehr tatsächlich über gesamte Strecken und Regionen fließt.
Das Verfahren funktioniert durch die Aggregation anonymisierter Standortdaten von einwilligenden Nutzern in regelmäßigen Abständen, typischerweise alle 5 bis 30 Sekunden je nach System. Software berechnet die zwischen aufeinanderfolgenden Positionen zurückgelegte Strecke und ermittelt die Durchschnittsgeschwindigkeit für jeden Straßenabschnitt. Da die Daten von Fahrzeugen stammen, die über das Netz verteilt sind, statt konzentriert an einer Stelle, erfasst es Staumuster, Engpässe und Geschwindigkeitsschwankungen, die feste Sensoren übersehen. Ein einzelner Straßenabschnitt kann in einer Stunde Updates von Dutzenden verschiedener Telefone erhalten, wodurch Systeme Änderungen innerhalb von Minuten erkennen können, statt auf Staubildung an einer Sensorstelle zu warten.
FCD wird typischerweise von Navigationsprogrammen erfasst (bei denen Nutzer aktiv zustimmen, Standortdaten zu teilen), von Taxi- und Lieferflotten mit integrierter Telemetrie oder von spezialisierten Testfahrzeugen, die von Verkehrsdatenanbietern betrieben werden. Einige Telekommunikationsanbieter tragen auch anonymisierte Mobilfunkstandortdaten bei. Die Abdeckung ist in städtischen Bereichen und auf Hauptstrecken am dichtesten, wo die App-Verbreitung und die Dichte von Geschäftsflotten am höchsten sind; Landstraßen und Nebenstraßen können spärlich oder gar keine FCD-Abdeckung haben. Die Datenqualität hängt stark von der GPS-Genauigkeit, der Update-Häufigkeit und der schieren Anzahl aktiver Messpunkte auf einer bestimmten Straße zu einer bestimmten Zeit ab.
Verkehrsleitstellen, Navigationsplattformen und Logistikunternehmen nutzen FCD, um Signalabläufe zu optimieren, Routenempfehlungen anzupassen, Verzögerungen vorherzusagen und Lieferungen einzuteilen. Der Ansatz ist billiger als die Bereitstellung und Wartung von Tausenden fester Sensoren und lässt sich geografisch ohne Infrastrukturinvestitionen skalieren. FCD kann jedoch nicht unmittelbar die Warteschlangenlänge, die Art eines Ereignisses oder die Auslastung messen. Es wirft auch Datenschutzbedenken auf, obwohl die Daten anonymisiert sind, und Abdeckungslücken bedeuten, dass wenig befahrene Straßen für das System unsichtbar bleiben.
FCD wird manchmal Testfahrtdaten oder GPS-Testfahrtdaten genannt, wenn die Daten explizit von Navigationsgeräten stammen. Der Begriff Floating Car selbst stammt aus der deutschen Verkehrsforschung ("Floating Fahrer") der 1990er Jahre und beschreibt die Vorstellung eines Fahrzeugs, das durch den Verkehr schwebt und seine Geschwindigkeit wie eine Boje, die Wasserbedingungen meldet, berichtet. Das Verfahren ist zu einer Standardeingangsquelle für moderne Verkehrsinformationsdienste neben traditionellen Induktionsschleifen-Detektoren und kameragestützten Systemen geworden.