Diskette
Englisch: floppy disk
Ein herausnehmbarer Datenträger zur digitalen Speicherung, mit Diagonalmessen zwischen 2 und 8 Zoll und Speicherkapazität zwischen 80 KB und 240 MB.
Diskette: das tragbare Speichermedium, das Fabriken eroberte
Eine Diskette ist ein dünnes, flexibles magnetisches Speichermedium in einer schützenden Kunststoffhülle. Daten werden von einem Schreib-Lese-Kopf auf die Diskettenfläche geschrieben und von dort gelesen, was das Medium tragbar und wiederverwendbar macht. Das Wort "Diskette" bezieht sich auf die Scheibe selbst, die sich beim Einführen in ein Laufwerk leicht verbiegt und sich dadurch von starren Festplatten unterscheidet. Die Größen reichten von 8 Zoll bis hinab zu 3,5 Zoll Durchmesser, wobei das 3,5-Zoll-Format von den 1980er Jahren bis in die frühen 2000er Jahre die industrielle Nutzung dominierte.
Die Industrieelektronik setzte Disketten für drei spezifische Aufgaben ein: das Laden von Firmware oder Konfigurationsdaten in Steuerungssysteme und speicherprogrammierbare Steuerungen, die Übertragung von Maschineparametern zwischen Betrieben und die Archivierung kritischer Betriebsdaten. Eine Standard-3,5-Zoll-Diskette mit hoher Speicherdichte fasste 1,44 MB und reichte aus, um Tausende von Konfigurationsdateien oder ein Tagesvolumen von Sensormessungen zu speichern. Disketten mit doppelter Dichte fassten 720 KB. Das Format herrschte in der Fertigung vor, weil es einfach und kostengünstig war und im Vergleich zu frühen Bandspeichern vor elektromagnetischen Störungen gefeit war.
Physikalische und technische Grenzen
Die magnetische Beschichtung von Disketten baut sich planmäßig ab. Datenverluste wurden nach 10 bis 20 Jahren Lagerung üblich, manchmal auch viel früher in Umgebungen mit Temperaturschwankungen oder extremer Luftfeuchte. Die Schreib-Lese-Köpfe in Laufwerken verschleißen ebenfalls; wiederholtes Einführen und Entnehmen verursachten sowohl mechanischen Verschleiß im Laufwerk als auch schließlich Kopfabstürze. Industrieumgebungen erwiesen sich als besonders hart: Metallstaub, Temperaturschwankungen in unklimatisierten Werkstätten und Vibrationen von Maschinen beschleunigten die Ausfallraten. Eine Diskette, die zuverlässig in einem klimatisierten Büro funktionierte, fiel nach wenigen Monaten in einer Fabrikumgebung aus.
Der Übergang weg von Disketten in industriellen Anlagen vollzog sich ungleichmäßig. Manche Gerätehersteller versandten Laufwerke bis in die 2010er Jahre hinein, weil die Legacy-Ausrüstung und die Benutzergewohnheit die Kosten einer Umstellung unrentabel machten. USB-Anschlüsse, SD-Kartenleser und Netzwerkverbindungen verdrängten die Disketten nach und nach. Heute erscheinen Disketten nur noch in tiefeingebetteten Systemen, Militärverträgen mit strikten Rückwärtskompatibilitätsanforderungen und Museen.
Für jeden, der ältere Industrieausrüstung wartet, stellen Disketten eine spezifische Schwachstelle dar: kompatible Laufwerke zu finden wird zunehmend schwieriger, und die Datenrettung von Disketten ist teuer und unzuverlässig. Betriebe, die noch auf diskettenbasis Systeme angewiesen sind, sehen sich echten Betriebsrisiken gegenüber und sollten die Migration zu modernen Speicher- und Firmware-Bereitstellungsmethoden vorrangig angehen.