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Industrieelektronik

Diskettenlaufwerk

Englisch: floppy disk drive

Laufwerk zum Lesen und Schreiben von Disketten.

Diskettenlaufwerk: der magnetische Speicherleser, der sein Medium überlebte

Ein Diskettenlaufwerk ist ein elektromechanisches Gerät, das Daten auf Disketten liest und schreibt. Disketten sind flexible magnetische Medien in schützenden Kunststoffhüllen. Das Laufwerk dreht die Diskette mit konstanter Geschwindigkeit (normalerweise 300 oder 360 U/min für 5,25-Zoll-Laufwerke, 600 U/min für 3,5-Zoll-Laufwerke) und positioniert einen Schreib-Lese-Kopf über konzentrischen Spuren, um Daten magnetisch zu speichern oder abzurufen. Trotz ihrer Anfälligkeit und bescheidenen Kapazität wurden Diskettenlaufwerke von den 1970er Jahren bis in die 1990er Jahre zum Standard für Datenverteilung und Sicherung.

Das 1976 von IBM eingeführte 5,25-Zoll-Laufwerk wurde der erste Massenstandard und konnte je nach Speicherdichte zwischen 160 Kilobyte und 1,2 Megabyte speichern. Das 1984 eingeführte 3,5-Zoll-Laufwerk dominierte den Markt später aufgrund seiner kleineren Abmessungen und höheren Kapazität (720 Kilobyte für Double-Density, 1,44 Megabyte für High-Density). Bei beiden Formaten musste die Diskette in einen Schlitz eingeführt werden, wo eine motorisierte Spindel die Nabe zentrierte und Antriebsriemen das Medium in Kontakt mit der Schreib-Lese-Kopfanordnung zogen.

Diskettenlaufwerke wurden über parallele oder serielle Schnittstellen mit Hostcomputern verbunden: IBM-kompatible Maschinen nutzten ein 34-poliges Flachbandkabel und eine Controllerkarte, während andere Systeme proprietäre Verbindungen einsetzten. Die Datenübertragungsraten waren nach heutigen Maßstäben langsam, etwa 62,5 Kilobyte pro Sekunde für 3,5-Zoll-High-Density-Laufwerke. Zuverlässigkeitsprobleme waren Kopfabstürze, bei denen der Schreib-Lese-Kopf die rotierende Diskette berührte und Daten beschädigte, Medienverschleiß durch Alter, Hitze oder Feuchtigkeit sowie Staubverschmutzung, die durch den Diskettenschlitz eindrang.

Warum es Diskettenlaufwerk heißt

Der Begriff Diskette bezieht sich auf die Flexibilität der Diskette selbst, nicht auf das Laufwerk. Das magnetische Medium war auf einem dünnen Polyestersubstrat beschichtet, das sich biegen und verformen konnte. Dies unterschied es von starren Festplatten. Diese physikalische Eigenschaft wurde zum identifizierenden Merkmal des Geräts, obwohl sich die äußere Kunststoffhülle (besonders bei 3,5-Zoll-Laufwerken) für den Benutzer überhaupt nicht flexible anfühlte.

In den frühen 2000er Jahren machten USB-Speichersticks und netzwerkgebundene Speicher Diskettenlaufwerke für den größten Teil der industriellen und kommerziellen Arbeit überflüssig. Allerdings benötigte Legacy-Ausrüstung in der Fertigung, Textilindustrie und Prozesskontrolle noch bis weit in die 2010er Jahre 3,5-Zoll- oder 5,25-Zoll-Laufwerke für Firmware-Updates und Parameterspeicherung. Heute ermöglichen Diskettenlaufwerk-Emulatoren und USB-Adapter Technikern, archivierte Disketten zu lesen oder mit veralteten Maschinen zu arbeiten, ohne Original-Hardware beschaffen zu müssen.

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