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Industrieelektronik

MiniDisc

Englisch: minidisc

Disc im MiniDisc-Format.

MiniDisc: Sonys Kassette für digitales Audio, die sich nie durchsetzte

Eine MiniDisc ist ein magnetooptisches Speichermedium in einer 64-mm-Quadrat-Cartridge, entwickelt für digitale Audioaufnahme und Wiedergabe. Die Disc selbst hat einen Durchmesser von 64 mm, ist kleiner als eine CD und sitzt in einer Schutzplastikschale mit einem Schiebeverschluss, der die Aufnahmefläche abdeckt. Sony führte das Format 1992 als Ersatz für Kassettenbänder ein und kombinierte Direktzugriffs-Editing mit tragbarem Abspielen und der Möglichkeit, im Feld aufzunehmen.

Die Technologie verwendet einen Laser, um eine dünne Magnetschicht auf der Disc-Oberfläche zu erhitzen, während ein Elektromagnet die Magnetdomänen ausrichtet und es ermöglicht, Daten mehrfach zu schreiben und zu überschreiben. Die Kapazität variiert je nach Format: Eine Standard-MiniDisc speichert 60 oder 80 Minuten Audio; MiniDisc-Data-Varianten speichern 650 MB oder mehr für Computernutzung. Die Cartridge misst ungefähr 74 mm x 82 mm x 12 mm und wiegt etwa 25 Gramm, was sie im Vergleich zu optischen Medien der Ära wirklich tragbar macht.

Obwohl das Format in Japan und bei professionellen Audioingenieuren früh angenommen wurde, dominierte MiniDisc nie die Verbrauchermärkte in Nordamerika oder Europa. Das Format musste gegen günstigere CD-R-Medien für Aufnahmen konkurrieren und später gegen Festplattenspeicher und Solid-State-Digitalrekorder. Beschreibbare MiniDiscs kosteten im Einzelhandel erheblich mehr als leere CDs. Das Cartridge-Format war zwar schützend, aber der Zugriff war langsamer als bei optischen Medien ohne Caddy, und die erforderliche spezialisierte Antriebshardware begrenzte die Wiedergabemöglichkeiten im Vergleich zur Allgegenwart von CD-Playern in Autos, Heimsystemen und tragbaren Geräten.

Technische Nutzung und Varianten

MiniDisc fand in Rundfunk- und Musikproduktions-Workflows der 1990er und 2000er Jahre echte Bedeutung. Tragbare MiniDisc-Rekorder von Sony, Denon und anderen wurden Standardwerkzeuge für Feldaufnahmen, Journalisten und Location-Sound-Arbeiten. ATRAC-Audiokompression, proprietär für das Format, reduzierte Dateigröße, schuf aber Bedenken bei der Langzeitarchivierung: Mit zunehmendem Alter der Geräte und ausbleibender Softwareunterstützung hatten Benutzer Schwierigkeiten, Aufnahmen auf moderne Systeme zu übertragen. Das Format ist nun obsolet für neue Anwendungen, obwohl archivierte MiniDiscs in institutionellen Sammlungen und professionellen Studios noch verbreitet sind.

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