Holzrahmenbau aufstellen
Englisch: frame up
Die Wände und das Dach eines Neubaus errichten.
Rohbau: das Skelett vor der Hülle errichten
Rohbau bedeutet, das primäre tragende Skelett einer Gebäude zusammenzubauen und aufzustellen, typischerweise aus Holzständern, Balken und Sparren, bevor die äußere Schalung, das Dachdeckungsmaterial oder die inneren Ausbauten angebracht werden. In dieser Phase erhält das Gebäude seine Form und grundlegende Geometrie für die Lastabtragung. Der Rohbau steht zwischen dem Fundament und der fertigen Konstruktion, und sobald der Rohbau errichtet ist, erkennt man die Gebäudeform, auch wenn es noch offen gegen Witterung ist.
Die Arbeit selbst besteht darin, vertikale Wandständer (im Wohnbau meist 2x4 oder 2x6 Zoll Holz) auf eine Schwelle zu setzen, sie mit Kopfbändern zu verbinden und dann Deckenbalken sowie Dachsparren oder Fachwerksbinder nach einem Schnittplan einzubauen. Der Achsabstand liegt im Wohnbau typischerweise bei 40 cm, in manchen Regionen und bei bestimmten Bedingungen auch bei 60 cm. Aussteifung und Verstrebung werden hinzugefügt, um seitliche Stabilität zu erreichen und für spätere Installationen eine Befestigung zu schaffen. Der gesamte Ablauf erfordert Abstimmung: Das Fundament muss fertig sein, Materialien müssen geliefert und bereitgestellt sein, und die Mannschaft muss als Team arbeiten, um Wände hochzufahren und Dachträger sicher zu montieren.
Während und nach dem Rohbau treten häufig Probleme auf. Holz, das nass oder verzogen ist, führt dazu, dass Wände aus dem Lot gehen und sichtbare Schrägen entstehen, was die Installation von Türen und Fenstern erschwert. Unzureichende Aussteifung während der Montage birgt das Risiko des Einsturzes, wenn die Konstruktion unvollendet Windlasten ausgesetzt ist. Nachdem der Rohbau errichtet ist, aber bevor die äußere Schalung ihn verschließt, kann starker Regen die Balkenlagen durchnässen; werden sie nicht schnell getrocknet, können sie verrotten oder Schimmel fördern, bevor das Gebäude überhaupt bewohnt wird. Schlechte Vernagelung oder mangelhafte Verbindungen führen später zu Bewegungen und quietschenden Fußböden.
Der Begriff Rohbau bezieht sich speziell auf die Errichtung des tragenden Skeletts selbst, was sich von anderen Phasen unterscheidet: Fundament setzen (Betonarbeiten), Außenseite schließen (Schalung und Dachdeckung) und Innenausbau (Trockenbau, Bodenbeläge, Ausstattung). Bei gewerblichen Bauten oder mehrgeschossigen Konstruktionen können Stahlträger oder Beton anstelle von Holz verwendet werden, aber die konzeptionelle Arbeit ist dieselbe: Den primären Lastpfad schaffen, bevor weitere Systeme angebracht werden.
Die Geschwindigkeit beim Rohbau wirkt sich auf den gesamten nachfolgenden Zeitplan aus. Verzögert sich der Rohbau, können Fachgewerke nicht mit der Vorbereitung von Elektro-, Wasser- und Lüftungsinstallationen beginnen, was nicht vor Abschluss von Wänden und Decken möglich ist. Witterungsschutz wird auch unmittelbar nach dem Rohbau dringend, daher folgen Dachschalung und Abdichtungen in der Regel sofort. Die Qualität und Genauigkeit der Rohbauarbeiten sind das Fundament (buchstäblich) für alles, was folgt, weshalb dies eine der kritischsten Phasen im Bauprozess ist.