Strohnagel
Englisch: straw nail
Ein langer Nagel, der manchmal zum Befestigen über Ziegeln an Dächern und Graten verwendet wird.
Strohdachnagel: ein schlanker Befestiger für Dachziegel und Schiefer
Ein Strohdachnagel ist ein langer, dünner Nagel, üblicherweise 50, 75 mm lang, zur Befestigung von Dachziegeln und Schiefersteinen, besonders an Hüften und Graten, wo Standardnägel zu dick oder zu kurz wären. Der Nagel hat einen kleinen Kopf, einen schlanken Schaft und besteht normalerweise aus Mildstahl oder Kupfer. Durch sein Längen-Durchmesser-Verhältnis kann er durch Ton- oder Betonziegel hindurchgehen oder daran vorbei, ohne sie zu beschädigen, und reicht bis zur festen Holzlatte darunter.
Der Name soll von seiner Verwendung zur Befestigung von Strohdachreparaturen stammen oder von seiner Ähnlichkeit mit Stroh in seiner Dünnheit, obwohl die moderne Anwendung fast ausschließlich für Ton- und Schieferdacharbeiten ist. Kupfer-Strohdachnägel werden in Küsten- oder feuchten Klimazonen bevorzugt, da sie rostbeständig sind und nicht zu Verfärbungen auf helleren Ziegeln führen. Das lange, dünne Profil bedeutet, dass der Nagel die Last über eine kleinere Auflagefläche verteilt und auf Reibung und Scherung angewiesen ist, anstatt das Material zu zerdrücken, das er befestigt.
Ausführungen und Anwendungen
Übliche Varianten sind blanker Stahl (günstiger, für Bereiche, wo Rost kein Problem ist), Kupfer (Premium, für exponierte Stellen und Schiefer) und gelegentlich sherardisierter oder verzinkter Stahl. Hüft- und Gratarbeiten erfordern Strohdachnägel, da diese Bereiche hohe Windsogbelastung und Setzungsbewegungen erfahren; Standard-Dachnägel würden entweder den Ziegel spalten oder unter Belastung durchziehen. Manche Dachdecker verwenden Strohdachnägel lieber als Tingleplatten oder Bleiclips bei Reparaturen, wo die Befestigungsstelle dünn bleiben muss.
Ein hartnäckiges Problem ist zu festes Einschlagen: Der dünne Kopf kann in weichen oder verwitterten Ziegel einsinken und so die Haltekraft verringern und eine Wasserfalle schaffen. Schlechte Montage tritt auch auf, wenn der Nagel schräg anstatt senkrecht zur Ziegeloberfläche getrieben wird, was den Griff schwächt. Wind, Frostausdehnung und das Setzen des Holzes können den Nagel allmählich lockern, besonders wenn das ursprüngliche Bohrloch zu groß war oder der Ziegel selbst beschädigt ist.
Strohdachnägel liegen zwischen allgemeinen Dachnägeln und Spezialbefestigungen wie Bleiclips oder rostfreien Stahlplatten. Sie sind in allgemeinen Baustoffhandlungen nicht weit verbreitet; ein Dachdecker oder Schieferlieferant ist die übliche Bezugsquelle. Zu verstehen, wann man sie statt schwererer Alternativen einsetzt, hängt vom Ziegeltyp (Tonziegel, Betonziegel oder Schiefer), Dachneigung, örtlicher Windbeanspruchung und davon ab, ob es sich um Neuverlegung oder Reparatur handelt.