Güterbahn
Englisch: freight-only
Eine Eisenbahnstrecke, die nur von Güterzügen genutzt wird.
Nur-Güterverkehrsbahn: Gleise zum Transport von Frachten, nicht von Passagieren
Eine Nur-Güterverkehrsbahn ist ein Eisenbahnkorridor, der ausschließlich zum Gütertransport betrieben wird und keinen Personenverkehr hat. Diese Strecken können in Privatbesitz eines Versenders oder Betreibers sein oder öffentlich gehören, aber nur für Güterverkehr freigegeben. Die Gleisgeometrie, die Sicherungsanlage, der Betriebsplan und die Instandhaltungsprotokolle sind alle auf die Rhythmen der Frachten abgestimmt, nicht auf Personenfahrpläne.
Nur-Güterverkehrsbahnen haben oft niedrigere Geschwindigkeitsgrenzen als Mischverkehrsbahnen, typischerweise 40 bis 60 mph, da die Anforderungen beim Anfahren und Bremsen sich deutlich vom Personenverkehr unterscheiden. Die Ausweichgleise sind länger und zahlreicher, um Züge mit 100 oder mehr Wagen aufzunehmen. Bahnübergänge können mit Schranken versehen oder ganz entfernt werden, um die Sicherheitsinfrastruktur für Fußgänger zu verringern, die auf Personenlinien nötig ist.
Wirtschaftlichkeit und Netzstruktur
Viele Nur-Güterverkehrsbahnen bestehen als Nebenstrecken und verbinden Bergwerke, Fabriken, Häfen oder Umschlagplätze mit Hauptstrecken. In Nordamerika betreiben Shortline-Betreiber oft Güternebenstrecken, die größere Bahnunternehmen stillgelegt oder ausgegliedert haben. Diese Strecken laufen oft mit geringerer Rentabilität pro Kilometer als Hauptstreckenrouten, bedienen aber wichtige Lieferketten für Schüttgut, Container und Kraftfahrzeuglieferungen.
Die fehlende Notwendigkeit für Personenverkehr vereinfacht den Betrieb erheblich. Es sind keine beheizten Wartehallen, Fahrkartenschalter, Bahnsteigkanten in festgelegten Höhen oder Einhaltung von Zugänglichkeitsvorschriften für Personenbahnhöfe erforderlich. Die Personalplanung kann sich direkt an den Zugbewegungen ausrichten statt an veröffentlichten Abfahrtszeiten, und Instandhaltungsfenster können flexibler gestaltet werden.
Die Nur-Güterverkehrsbezeichnung bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Strecke vom übrigen Eisenbahnnetz isoliert ist. Die meisten verbinden sich an Knotenpunkten mit Mischverkehrshaupt- oder Rangierstrecken, wo Güter zwischen Diensten umgeladen werden. Manche Nur-Güterverkehrsbahnen gehören Industriekunden und werden nach privaten Vereinbarungen betrieben; andere sind Werkverkehre, die jedem Versender offen stehen, der Volumen und Ausrüstungsanforderungen erfüllen kann.