Schienenfischer-Raum
Englisch: fishing space
Der Raum zwischen Schienenfuß und Schienenkopf, in den ein starrer Stahlstab eingelegt wird.
Fischraum: Spalt zum Verbinden beschädigter Schienenlängen
Ein Fischraum ist der Spalt zwischen Fuß und Kopf eines Schienenstücks, der dimensioniert ist, um während einer Feldrepatur oder temporären Verbindung von Schienen eine Lasche und Bolzen aufzunehmen. Bei Normalspur misst dieser Spalt typischerweise zwischen 8 und 12 Millimetern, wobei die genauen Abmessungen vom Schienenquerschnitt und lokalen Normen abhängen. Der Spalt entsteht natürlicherweise dort, wo zwei Schienenden aufeinandertreffen, oder wird absichtlich geschaffen, wenn ein Schienenstück beschädigt ist und vor dem Austausch temporäre Abstützung benötigt.
Die Lasche, ein starrer Stahlbalken, wird horizontal in diesen Spalt eingeschoben und überbrückt die Stoßstelle, gehalten durch Bolzen, die in vorgebohrte Löcher getrieben werden. Die Bolzen klemmen die Lasche gleichzeitig gegen beide Schienenstücke und übertragen die Last über das, was sonst eine schwache Stelle wäre. Ohne diese Klemmwirkung würde die Stoßstelle unter Radlasten übermäßig durchbiegen, was zu schnellem Verschleiß und möglichem Versagen führt. Eine ordnungsgemäß eingepasste Lasche in gutem Fischraum erhält die Spurlage und Radführung, bis eine dauerhafte Reparatur oder der Austausch der beschädigten Schiene möglich ist.
Häufige Probleme und Instandhaltung
Fischraum kann durch Korrosion, Aufprall von entgleistem Rollmaterial oder falsche Lascheninstallation beschädigt werden. Rostschuppe und Verformungen verringern den verfügbaren Spielraum und machen das Einführen einer neuen Lasche schwierig oder unmöglich, ohne zu schleifen oder zu meißeln. Ein zu breiter Spalt ermöglicht es der Lasche, unter Last seitlich zu schaukeln, was ihren Zweck verfehlt. Gleisarbeiter müssen den Fischraum regelmäßig auf älteren Streckenabschnitten prüfen, besonders dort, wo temporäre Reparaturen durchgeführt wurden.
Der Begriff stammt aus der Praxis, Laschenbolzen zu verwenden, benannt nach ihrer Ähnlichkeit mit dem Rückgrat eines Fisches, eine Innovation des neunzehnten Jahrhunderts zum Verbinden von Schienenden. Das Vokabular hält sich bis heute, obwohl modernes Schienenschweißen und durchgehend geschweißte Schiene (DGS) die Abhängigkeit von verschraubten Stoßstellen im Hauptgleis verringert haben. Auf stillgelegten Streckenästen, Nebengleisen und Museumsbahnen bleiben Fischraum und Laschenbolzen unverzichtbare Ausrüstung für schnelle Reparatur und temporäre Wiederherstellung der Spurlage.