Weiche umstellen
Englisch: reverse
In der Nichtstandard-Position sein; für die weniger genutzten Strecke eingestellt sein
Reverse: Schalterstellung für die Nebenstrecke
Im Eisenbahnbetrieb beschreibt Reverse jeden Weichenschalter oder jedes Streckenelement, das den Verkehr von der Haupt- oder Standardstrecke ablenkt. Eine Weiche in Reverse-Stellung schickt einen Zug auf eine Nebenlinie, ein Nebengleis oder einen weniger genutzten Streckenast. Der Begriff ist relativ zur Normalstellung, die die direkte, primäre Fahrtrichtung durch dieses Infrastrukturelement darstellt.
Bei einer typischen zweigleisigen Weiche (auch Weichenanlage genannt) ist die Normalstellung auf die Hauptlinie oder die stärker belastete Strecke ausgerichtet. Reverse positioniert die beweglichen Schienen so, dass die Räder auf die abzweigende Strecke gelenkt werden. Ein Fahrdienstleiter oder Signalwärter steuert dies über mechanische Kopplung, Elektromotor oder Hydraulikantrieb. Die genaue Ausführung hängt von Weichentyp, Alter und Eisenbahnstandards ab; manche Eisenbahnen verwenden die Begriffe gerade und gekrümmt statt Normalstellung und Reverse, aber das Prinzip bleibt gleich.
Reverse erkennen und bestätigen
Betreiber bestätigen eine Weiche in Reverse-Stellung durch Sichtprüfung, mechanische Indikatoren oder elektronische Überwachungssysteme. Ein Weichenhebel in Rückposition, eine Bodenleitmarke, die nach links oder rechts zeigt, oder ein Signalsystem mit Grün auf der Nebenstrecke bestätigen alle die Reverse-Ausrichtung. Moderne Systeme übertragen Positionsdaten an Betriebszentralen; ältere Anlagen setzen auf lokale Sichtprüfungen. Die Weichenstellung falsch zu bestimmen ist ein ernstes Risiko, da das Einfahren eines Zuges auf die falsche Strecke zu Entgleisung, Kollision oder operativem Chaos führen kann.
Reverse-Stellung ist Routine in Rangierbahnhöfen, Industrinebengleisen und Nebenstrecken, wo das Verkehrsaufkommen Normaloperation nicht rechtfertigt. Eine Seitengleis-Weiche, die einen einzelnen Lager- oder Fabrikkundenkunden bedient, bleibt die meiste Zeit in Reverse-Stellung. Umgekehrt verbringt eine Hauptstreckenweiche mit Abzweigung möglicherweise nur Minuten pro Arbeitstag in Reverse-Stellung, etwa beim Schichtwechsel oder wenn eine Güterbahn auf einen Bereitstellungsbahnhof zugreift. Wetter, Verschleiß und Alter beeinflussen die Weichenreaktion; Reverse-Stellung bei einer korrodierten oder gefrorenen Weiche kann klemmen und einen Zug auf der Strecke festsetzen.