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Textiltechnik

Frogging

Englisch: frogging

Das absichtliche Auftrennen von Teilen einer Arbeit.

Frogging: Maschen auftrennen, um Fehler zu beheben

Frogging ist das absichtliche Auftrennen von gestricktem oder gewebtem Stoff, um Fehler zu korrigieren. Normalerweise werden dabei fertiggestellte Reihen oder Maschenabschnitte herausgezogen. Die Arbeit wird dann ab der Fehlerstelle neu gestrickt oder neu gewebt. Beim Handstricken kann dies das Auftrennen einer einzelnen Reihe bedeuten; in der Textilindustrie können es Meter an Stoff sein, wenn ein Fehler bei der Qualitätskontrolle entdeckt wird.

Der Begriff stammt aus der Phrase "rip it", die wie das Quaken eines Frosches klingt. Handstricker haben "frog" als Verb übernommen (daher das Gerundium "frogging"), und der Begriff ist nun Standard in der Textilbranche. Ein Stricker, der seine Arbeit "froggt", nimmt sie sozusagen zum Frosch, im übertragenen Sinne.

In der industriellen Produktion ist Frogging ein kontrolliertes, aber arbeitsintensives Verfahren. Wenn ein Qualitätsprüfer einen Musterfehler, eine Farbabweichung oder eine fallende Masche in Stoff entdeckt, der sich noch am Webstuhl oder in der Veredelung befindet, muss der betroffene Abschnitt vollständig aufgetrennt werden und die Schlaufen in einen offenen Zustand gebracht werden. Dies erfordert Präzision, um einzelne Fasern oder Garne nicht zu beschädigen. Feine Stoffe mit komplexen Mustern verursachen höhere Frogging-Kosten, da die Überarbeitung technisch anspruchsvoll und zeitaufwändig ist.

Frogging wird notwendig, wenn Musterfehler beim Weben, Stricken oder in der Veredelungsphase auftreten. Häufige Auslöser sind Farbfolge-Fehler bei Jacquard-Arbeiten, ungleichmäßige Spannung, die sichtbare Texturänderungen verursacht, oder strukturelle Mängel wie gerissene Garne, die Löcher erzeugen. Sobald das Frogging beginnt, müssen alle Maschen oder Schussfäden oberhalb der Fehlerstelle entfernt werden, bevor die Reparaturarbeiten neu beginnen.

Die Frogging-Kosten variieren je nach Stofftyp und Webstuhl-Geschwindigkeit erheblich. Hochgeschwindigkeits-Industriewebstühle mit einfachen Leinwandbindungen haben niedrigere Frogging-Quoten, weil Fehler seltener und einfacher zu beheben sind. Spezialknitwaren und handgesteuerte oder halbautomatische Jacquard-Webstühle weisen höhere Frogging-Quoten auf, teilweise 2 bis 5 Prozent der Gesamtproduktion, abhängig von Komplexität und Fachkompetenz der Bediener. Die Frogging-Zeit wird in die Produktionskosten und Liefertermine eingerechnet, weshalb Fehlervermeidung weitaus günstiger ist als Fehlerbehebung.

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