Giggle juice
Englisch: giggle juice
Lachgas, Stickoxidul (N₂O)
Lachgas: Stickstoffoxid für Aufladung
Lachgas ist Stickstoffoxid (N2O), das in den Ansaugkrümmer oder die Zylinder eines Motors eingespritzt wird, um die Luftdichte dramatisch zu erhöhen und mehr Sauerstoff in die Brennkammer zu bringen. Ein typisches System drückt flüssiges N2O in einer Flasche unter Druck, dosiert es dann über ein Magnetventil, das vom Fahrer oder einem Timer ausgelöst wird, und mischt es mit Kraftstoff für eine kurze, kontrollierte Verbrennung. Das Ergebnis ist ein plötzlicher Leistungsanstieg, oft 50 bis 150 PS, abhängig von Motorgröße, Kraftstoffqualität und Systemabstimmung.
Der Name stammt aus den anästhetischen Eigenschaften des Stickstoffoxids, demselben Gas, das Zahnärzte verwenden; einige frühe Benutzer bemerkten ein berauschendes Gefühl beim Beschleunigen, daher der Slang. Die Chemie ist einfach: N2O zerlegt sich unter Hitze in Stickstoff und Sauerstoff, wobei der Sauerstoffanteil der eigentliche Gewinn ist. Anders als ein Turbolader oder Kompressor belastet Lachgas die Kurbelwelle während normaler Fahrten nicht mechanisch, was für Tuner interessant ist, die Spitzenleistung ohne ständige Belastung wollen.
Trockensysteme spritzen nur Stickstoffoxid ein und verlassen sich darauf, dass die Kraftstoffzuordnung des Motors sich selbst anreichert. Nasssysteme haben eine zweite Düse, die Kraftstoff neben das Lachgas sprüht und so ein richtiges Luft-Kraftstoff-Verhältnis sichert. Plattensysteme montieren die Magnetventilbaugruppe auf der Kraftstoffleiste oder dem Ansaugsammelrohr; Fogger-Kits montieren Düsen direkt in Zylindern oder Ansaugrohren. Die meisten Straßenanwendungen verwenden Flaschen mit 10 bis 15 Pfund Kapazität und ermöglichen zehn bis zwanzig Sekunden Volleinsatz, bevor ein erneutes Befüllen nötig wird.
Der kritische Ausfallmodus ist Detonation: Wenn der Verbrennungsdruck zu schnell ansteigt, zündet sich die Kraftstoffladung unkontrolliert statt in einer kontrollierten Flammenfront zu brennen. Ein einzelner harter Einsatz ohne richtige Abstimmung kann Kolben reißen, Pleuel verbiegen oder Zylinderwände zerstören. Kraftstoffqualität ist wichtig; die meisten Systeme verlangen 91 Oktan oder höher. Motorklopfsensoren können frühe Detonation erkennen, aber bis dahin können Schäden bereits entstanden sein. Richtige Düsengrößen, Zündungsverzögerung und Kraftstoffdruck-Ausgleich sind nicht verhandelbar.
Lachgas bleibt beliebt beim Bracket-Racing und beim Straßentuning, weil die Hardwarekosten niedrig sind im Vergleich zu Turbolader- oder Kompressoreinbau und die Leistungsabgabe sofort und einstellbar ist. Ein Fahrer kann es selektiv in der zweiten Hälfte eines Viertelmeilenrennens aktivieren oder es als Reserve halten. Rennfokussierte Aufbauten fahren oft Mehrfach-Systeme, die mehrere Injektionen über den Verbrennungszyklus verteilen. Straßeneinsatz unterliegt in einigen Regionen rechtlicher Kontrolle; die Bestimmungen unterscheiden sich je nach Jurisdiction und Anwendung.