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Bergbau und Gewinnung

Gouge

Englisch: gouge

Weiches Material zwischen der Salbandwand und dem festen Erzvorkommen.

Gouge: die Tonschicht, die Erzadern rahmt

Im Bergbau ist Gouge der Ton, Schluff oder anderes brüchiges Material, das direkt an der Nebengesteinsgrenze auf beiden Seiten einer Erzader liegt. Es bildet eine deutliche Schicht, üblicherweise einige Zentimeter bis zu einem Fuß dick, zwischen dem festen Nebengestein und dem Erzkörper selbst. Dieses Material ist weicher und schwächer als sowohl die Ader als auch das Wirtsgestein und stellt somit eine natürliche Schwachstelle in der Geologie dar.

Gouge entsteht, wenn aderhaltige Fluide durch Gesteinsfrakturen wandern und das Nebengestein in der Nähe des Kontakts chemisch verändern. Die Umwandlungsprodukte, oft Tonminerale, füllen den Raum. In Verwerfungszonen entsteht Gouge durch mechanisches Schleifen und Zertrümmern von Gestein während der Verwerfungsbewegung und erzeugt eine feinkörnige, kohäsive Schicht, die nahezu so undurchlässig wie Beton sein kann. Bei Quarzadern mit Gold oder Basismetallen erzeugt die Nebengesteinumwandlung üblicherweise Chlorit- oder Serizit-Gouge.

Praktische Bedeutung im Bergbau

Bergleute nutzen Gouge als Orientierungsmarker. Das weichere Material lässt sich leichter entfernen als massives Erz oder Nebengestein, und es signalisiert die Position des Aderkontakts. Beim Abteufen entlang einer Ader oder beim Abbau hilft das Erkennen von Gouge den Arbeitstrupps, sich korrekt relative zu den Erzgrenzen zu positionieren. Die Schicht verhält sich unter Last auch anders, was sie zu einer möglichen Bruchebene macht, wenn Grubenbauwerke sie in ungünstigen Winkeln schneiden.

Gouge stellt echte Herausforderungen für Untertagebau dar. Seine Schwäche kann zu plötzlichem Einsturz oder Abplatzen führen, wenn es nicht gestützt wird. Seine Undurchlässigkeit kann Wasser einschließen und Entwässerungsprobleme verursachen. In eng begrenzten Räumen wie schmalen Adern können Gouge-Schichten die Erzförderung ohne übermäßige Verworfenheit oder Instabilität verhindern. Der Begriff selbst leitet sich von der weichen, leicht zu bearbeitenden Natur des Materials ab, ähnlich wie die Vertiefung, die ein Stecheisen-Werkzeug schnitzt.

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