Böschung
Englisch: highwall
Unbearbeitete Fläche aus freiliegendem Deckgebirge und Kohle in einem Tagebau
Highwall: die senkrechte oder steil abfallende Felswand, die beim Tagebau zurückbleibt
Ein Highwall ist die steil stehende oder schräg abfallende Wand aus Gestein und Abraum, die nach dem Abbau von Material aus einer Flöz- oder Lagerstättenkante im Tagebau oder Steinbruch stehen bleibt. Im Kohlebergbau markiert der Highwall die Abbaugrenze und trennt das abgebaute Gelände von der ungestörten Schichtenfolge. Die Höhen reichen von etwa 10 Metern bei flachen Abbauverfahren bis über 60 Meter in tiefen Streifengruben, abhängig von den geologischen Verhältnissen und der Mächtigkeit der Kohlenflöz oder Erzlagerstätte.
Der Highwall besteht aus Abraum (den Gesteins-, Ton- und Bodenschichten oberhalb der wirtschaftlich nutzbaren Lagerstätte) und der freiliegenden Kante der Lagerstätte selbst. Diese Schichtung bildet einen sichtbaren geologischen Querschnitt und macht den Highwall für geotechnische Kartierungen wertvoll. Bergbauingenieure untersuchen Highwalls auf Schwachstellen wie Wassersickerage, zerbrochene Schichten oder Gleitflächen, die auf Instabilität und mögliche Einstürze hindeuten.
Standsicherheit und Versagensmechanismen
Highwalls werden auf bestimmte Böschungswinkel ausgelegt, typischerweise zwischen 45 und 70 Grad, berechnet nach der Festigkeit des Gesteinstyps, dem Kluftabstand und den Grundwasserverhältnissen. Versagen tritt auf, wenn der innere Wasserdruck die Kohäsion des Materials übersteigt, wenn Schichtflächen zum Hohlraum einfallen oder wenn Vibrationen von Sprengungen geschwächte Zonen stören. Versagensfälle reichen von kleinen Abrutschungen lockeren Materials bis zu katastrophalen Rutschungen mit Millionen Tonnen Volumen. Ausreichende Bandung (Schaffung von Terrassierungsstufen) und richtige Sprengauslegung sind wesentliche Kontrollmaßnahmen.
Der Begriff "Highwall" unterstreicht die Höhe und das wandartige Aussehen dieser Erscheinung. Er kontrastiert mit dem "Lowwall", der entsprechenden Böschung auf der gegenüberliegenden Seite der Grube, wo Abraum aufgesetzt wird. Moderne Tagebaubetriebe überwachen Highwalls laufend mittels Vermessung, Drohnenbildern und Inklinometern, um Bewegungen vor dem Versagen zu erkennen.
Die Highwall-Standsicherheit wird zur langfristigen Haftung bei der Rekultivierung; viele Abbaugelände müssen freigelegte Highwalls vor der Freigabe des Landes abflachen oder stabilisieren. In einigen Jurisdiktionen schreiben Vorschriften vor, dass Highwalls während der Betriebsbeendigung auf standsichere Böschungen abgeflacht oder terrassiert werden müssen, was erhebliche Kosten in den Schlussphase eines Bergwerks verursacht.