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Forst und Holz

GSL

Abkürzung für growing stock level (Bestandsvorratsgrad).

Holzvorrat: wie viel Holz ein Wald gerade enthält

Der Holzvorrat ist das Gesamtvolumen von lebendem Holz in einem Wald zu einem bestimmten Zeitpunkt, gemessen in Kubikmetern pro Hektar oder Raummeter pro Acre je nach Region. Er umfasst alle Bäume über einem definierten Mindestdurchmesser (oft 10 cm Brusthöhendurchmesser in der europäischen Forstwirtschaft), unabhängig davon, ob sie verwertbar sind oder nicht. Der Holzvorrat ist eine Momentaufnahme und unterscheidet sich von Zuwachs oder Ertrag. Er bildet die Grundlage dafür, zu verstehen, was ein Wald enthält, bevor Ernteentscheidungen getroffen werden.

Der Holzvorrat variiert stark je nach Waldtyp, Alter, Bewirtschaftungsgeschichte und Standortsgüte. Eine junge Plantage könnte 50 Kubikmeter pro Hektar aufweisen; ein reifer Mischwald aus Laubholz kann über 400 erreichen. Nadelholz, das auf günstigen Standorten in gemäßigten Zonen angebaut wird, erreicht bei Hiebsreife oft 300 bis 500 Kubikmeter pro Hektar. Die Messgröße erfasst nur lebende Bäume, daher werden Totholz, liegende Bäume und Stöcke ausgeschlossen, wobei einige Inventursysteme diese separat als Totholzvolumen erfassen.

Inventur und Regelwerk

Forstleute bestimmen den Holzvorrat durch systematische Stichproben: Probeflächen, Relaskopaufnahmen oder zunehmend durch Lidar aus der Luft. Nationale Forstbehörden verfolgen den Holzvorrat in Regionen, um die Grenzen der nachhaltigen Nutzung durchzusetzen. In der Europäischen Union fließen Holzvorrätsdaten in Berechnungen der zulässigen jährlichen Einschlagsmenge ein und stellen sicher, dass die Ernte den Langzeitzuwachs nicht übersteigt. Umgekehrt signalisiert ein steigender Holzvorrat in vielen gemäßigten Wäldern entweder eine Unternutzung oder eine erfolgreiche Erholung von früheren intensiven Nutzungen.

Der Begriff erscheint in Forsteinrichtungsplänen, Holzmarktberichten und Regelkonformitätsdokumenten. Wenn ein Waldbesitzer hört, dass sein Holzvorrat 250 Kubikmeter pro Hektar beträgt, weiß er, welches Stehendvolumen zum Verkauf oder zur Risikominderung verfügbar ist (Entnahme schwacher oder überbestockter Bäume). Ein sinkender Holzvorrat kann auf Schädlingsbefall, Krankheit oder nicht nachhaltige Ernteraten hindeuten; ein steigender Holzvorrat kann überalterte Bestände oder unzureichende Durchforstung anzeigen.

Der Holzvorrat ist nicht dasselbe wie Bestockungsgrad oder Grundfläche, obwohl die drei Größen korrelieren. Der Bestockungsgrad misst Baumzahl oder Kronenschluss; Grundfläche ist die Querschnittsfläche in Brusthöhe. Der Holzvorrat bewertet direkt das Holzvolumen und ist daher die Messgröße, die zählt, wenn Holzerlös und Kohlenstoffspeicherung eine Rolle spielen. Diese Unterscheidung zu verstehen ist entscheidend für jeden, der zwischen Forstleuten, Ökologen und Sägereimaschinen übersetzen muss.

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