Hacker
Englisch: hacker
Eine Person, die einen Computer nutzt, um sich unbefugt Zugriff auf Daten zu verschaffen oder böswillige Angriffe auf Computernetzwerke oder Computersysteme durchzuführen.
Hacker: unbefugter Netzwerkindringer, böswillig oder explorativ
In der Elektrotechnik und Systemtechnik ist ein Hacker jemand, der Schwachstellen in Computernetzen, Steuerungssystemen oder eingebetteten Geräten ausnutzt, um sich ohne Genehmigung Zugang zu verschaffen. Anders als in der populären Definition bezieht sich der Begriff in industriellen Kontexten normalerweise auf einen Gegner mit technischen Fähigkeiten, der Firewalls durchdringen, Authentifizierungen umgehen, bösartigen Code einschleusen oder Daten abziehen kann. Die Unterscheidung ist wichtig: Ein Hacker unterscheidet sich von einem legitimen Penetrationstester, der unter Vertrag mit ausdrücklicher Genehmigung und definiertem Umfang arbeitet.
Hacker greifen Industriesteuerungssysteme, SCADA-Netzwerke, speicherprogrammierbare Steuerungen und vernetzte Messinstrumente an, weil diese Systeme oft mit älterer Firmware mit bekannten Schwachstellen und minimaler Verschlüsselung laufen. Ein Hacker könnte sich Shell-Zugriff auf ein verteiltes Steuerungssystem verschaffen, Sensorwerte verändern, Sollwertlogik ändern oder Bediener aussperren. In Stromerzeugung, Wasseraufbereitung und Fertigung können solche Einbrüche physische Folgen haben: Geräteschäden, Sicherheitsrisiken oder Produktionsausfälle. Die Einstiegshürde ist niedriger als oft angenommen; öffentlich bekannt gemachte CVEs, Credential-Stuffing und Social Engineering bieten Einstiegspunkte selbst für Angreifer mit mittleren Fähigkeiten.
Das Wort Hacker stammt aus der Computerkultur des MIT in den 1960er Jahren, wo es jemanden bezeichnete, der clever genug war, Code oder Hardware auf unvorgesehene Weise zu ändern. Diese neutrale Bedeutung existiert in einigen technischen Kreisen noch, aber Industriesicherheit und Management verwenden Hacker nun fast ausschließlich, um eine Bedrohungsakteur oder Angreifer zu meinen. Die ältere Verwendung erscheint hauptsächlich in akademischen Kontexten oder in rückblickenden Technikhistorien.
Industriestandorte schützen sich vor Hackern durch Netzwerksegmentierung, Abkopplung kritischer Systeme, Durchsetzung starker Authentifizierung, zeitnahe Firmware-Patches und Überwachung auf ungewöhnliche Datenverkehrsmuster. Viele Sicherheitsverletzungen entstehen nicht durch raffinierte Techniken, sondern durch unveränderte Standardpasswörter, ungepatchte öffentlich bekannte Exploits oder Phishing-Kampagnen, die Mitarbeiterzugangsdaten gefährden. Elektrotechniker und Systemintegratoren müssen davon ausgehen, dass jedes vernetzte Gerät eine potenzielle Angriffsfläche darstellt, und müssen entsprechend konstruieren.