Datenrate
Englisch: data rate
Die Gebühr, die ein Mobilfunkkunde für Datenverkehr (Senden und Empfangen von Daten) zahlt.
Datenrate: wie schnell Information über einen Kanal fließt
Die Datenrate ist die Geschwindigkeit, mit der digitale Informationen über einen Kommunikationskanal oder ein Speichermedium fließen, gemessen in Bits pro Sekunde (bit/s). In der Elektrotechnik gibt sie an, wie viel Datenvolumen in einem festen Zeitfenster übertragen oder abgerufen werden kann. Eine Verbindung mit 1 Mbps überträgt eine Million Bits pro Sekunde; ein 10-Gbps-Glasfaserleck zehn Milliarden. Der Begriff gilt gleichermaßen für drahtlose Netze, Kupferkabel, Glasfaserkabel, RAM-Zugriff und Festplatten-Lese- und Schreibvorgänge.
Datenrate und Bandbreite sind verwandt, aber unterschiedlich. Bandbreite beschreibt die Breite des Frequenzbereichs, den ein Kanal verarbeiten kann; Datenrate beschreibt, wie viele Bits tatsächlich pro Sekunde darin fließen. Ein bestimmter Kanal kann je nach Modulationsverfahren, Codierungseffizienz und Signal-Rausch-Verhältnis unterschiedliche Datenraten unterstützen. Shannons Theorem setzt das theoretische Maximum fest: Die Datenrate kann die Bandbreite mal dem Logarithmus von (1 plus Signal-Rausch-Verhältnis) nicht überschreiten. Echte Systeme arbeiten unter diesem Limit, weil Overhead, Fehlerkorrektur und praktische Einschränkungen anfallen.
Datenraten messen und angeben
Veröffentlichte Datenraten stellen oft Spitzen- oder theoretische Maximalwerte unter idealen Bedingungen dar. Mobilfunkbetreiber werben mit 4G-Geschwindigkeiten von 100 Mbps oder 5G-Geschwindigkeiten von 1 Gbps, aber die tatsächlichen Dauerraten hängen von Entfernung, Störungen, Last und Antennenkonfiguration ab. Ethernet-Ports werden mit 1 Gbps, 10 Gbps oder 100 Gbps bewertet, aber das ist die Leitungsrate, nicht der Durchsatz für Anwendungen. Overhead durch Protokollköpfe, Fehlerprüfung und Flusskontrolle reduziert die nutzbare Datenrate. Download-Speedtests messen Goodput: den Anteil der übertragenen Daten, die die Anwendung intakt erreichen.
In der digitalen Kommunikation muss die Datenrate die Kanalkapazität entsprechen, sonst werden Informationen in die Warteschlange eingereiht, erneut übertragen oder verworfen. Staus entstehen, wenn die Nachfrage die verfügbare Rate übersteigt. Netzwerkingenieure dimensionieren Verbindungen mit Kapazitätspuffer über dem erwarteten Verkehr, um Engpässe zu vermeiden. Speichersysteme geben sequenzielle Lese- und Schreibraten an (wie schnell man Daten von einer Festplatte holen kann) und wahlfreie Zugriffssätze (wie schnell man zerstreute Fragmente abruft), die sich um Größenordnungen unterscheiden.
Die Verbraucherdefinition in Ihrem bestehenden Eintrag bezieht sich auf Drosselungsrichtlinien: Mobilfunkbetreiber verteilen Datenkontingente in Gigabyte pro Monat und berechnen Übergebühren oder reduzieren die Geschwindigkeit nach Erreichen eines Limits. Das ist ein Abrechnungs- und Service-Level-Mechanismus, keine technische Eigenschaft der Verbindung selbst. Die technische Definition ist grundlegend für die Systemgestaltung: Die Wahl der richtigen Datenrate für eine Aufgabe bestimmt, ob ein System schnell genug, energieeffizient und kostengünstig ist.