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Zimmerei

Torhalter

Englisch: harr

Der Pfosten, der die Angeln eines Tores trägt.

Harr: der Pfosten mit Türbändern an einem Tor

Ein Harr ist der senkrechte Pfosten oder die Säule eines Torrahmens, der die Türbänder trägt. Er ist feststehend, während das Torblatt dagegen schwingt, und muss robust genug sein, um das volle Gewicht und die Bewegung des Tors bei wiederholter Nutzung zu ertragen. Der Harr ist normalerweise der dickere oder robuster ausgeführte der beiden Hauptpfosten eines Torrahmens.

Bei Holztorkonstruktionen ist der Harr in der Regel so ausgearbeitet, dass er die Türbandplatten oder die Türbandstifte aufnimmt. Die Bänder selbst sind so in die Fläche des Harr eingelassen, dass sie bündig oder fast bündig mit der Holzoberfläche abschließen. Tiefe und Abstände dieser Ausarbeitungen müssen genau passen, da Abweichungen zu Blockierungen, ungleichmäßigem Schwingen oder schnellem Verschleiß der Türbänder führen. Der Harr steht auf der Scharnierseite des Tors, gegenüber vom Riegel- oder Schlusspfosten.

Belastung und Holzwahl

Der Harr trägt das volle Eigengewicht des Tors plus alle dynamischen Belastungen beim Öffnen und Schließen. Bei Feldtoren und Farmkonstruktionen wird der Harr oft aus Eiche, Ulme oder anderem hartem Holz gefertigt; bei leichteren Haustoren sind Weichhölzer wie Kiefer oder Fichte ausreichend, wenn der Querschnitt angemessen ist. Der Harr muss auch gegen Risse an den Türbandausarbeitungen beständig sein, besonders wenn er schmal im Verhältnis zur Torbreite ist. Holzfeuchteänderungen (Quellung und Schwindung) können die Türbandausarbeitungen leicht öffnen und schließen, weshalb traditionelle Harrs oft mit leicht aufgestelltem Faserverlauf ausgeführt oder mit durchgesteckten Zapfen an den Rahmenecken befestigt werden.

Der Begriff Harr stammt aus dem Altenglischen und skandinavischen Wurzeln und bedeutet Türbandstift oder Drehpunkt. In einigen Regionen und Epochen, besonders in Schottland und Nordengland, wird dasselbe Bauteil Scharnierposten oder hängender Pfosten genannt. Moderne Torrahmen aus Stahl statt Holz folgen demselben Prinzip: das Harr-Äquivalent ist das senkrechte Element, das die Türbänder trägt und feststehend ist.

Ein Versagen des Harr zeigt sich typischerweise als Durchhang oder Sinken des Tors, verursacht durch Holzfäule bei den Türbändern, Risse entlang der Faser durch Spannungen an den Türbandausarbeitungen oder Bewegungen an der Rahmenecke, wo der Harr den Obergurt trifft. Vorbeugung umfasst das gute Anstreichen oder Versiegeln des Harr gegen Feuchteaufnahme, regelmäßige Kontrolle der Türbandschrauben auf Festsitz und die Vermeidung von Toren, die zu schwer für ihre Konstruktion sind.

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