Kopfleiste
Englisch: headpiece
Dekorative Seitenkopfzeile am Anfang von Bänden oder Kapiteln.
Kopfleiste: Schmuckelement am Kapitelanfang
Im Letterpress-Druck ist eine Kopfleiste ein dekoratives typografisches oder graviertes Element, das über dem Anfangstext eines Bandes, Kapitels oder Abschnitts platziert wird. Sie nimmt den Platz zwischen dem Seitenoberand und der ersten Zeile des Fließtexts ein und erstreckt sich normalerweise über die gesamte Kolumnenbreite. Die Kopfleiste erfüllt sowohl praktische als auch ästhetische Funktionen: Sie signalisiert einen strukturellen Bruch im Dokument und füllt den sonst leeren Raum, schafft visuelle Hierarchie und kennzeichnet Wichtigkeit.
Kopfleisten sind in ihrer Konstruktion und Material sehr unterschiedlich. Bei handgesetztem Satz können sie aus dekorativen Schriftzieraten, Messinglinien oder gegossenen Metallornamenten bestehen, die in Reihen oder Dekormustern angeordnet sind. Gravierte Kopfleisten, die seit dem siebzehnten Jahrhundert in Feindruck üblich waren, wurden in Metall oder Holz geschnitten und als einzelne Blöcke in die Form gesperrt. Sie zeigen häufig Blumenmotive, architektonische Elemente, allegorische Szenen oder abstrakte Geometrien. Druckersätzchen und Linienkombinationen boten eine günstigere, modulare Alternative für kleinere Arbeiten.
Verwendung und Positionierung
Eine Kopfleiste misst in der Regel zwischen 25 und 75 mm Höhe, je nach Seitengröße und Designintensität. Sie sitzt direkt über dem ersten Absatz des Textes, der bündig angesetzt oder eingerückt sein kann. Das Element wird während der Seitenherstellung in den Satz positioniert und druckt gleichzeitig mit dem umgebenden Text. Bei mehrspaltigen Layouts kann eine Kopfleiste eine oder mehrere Spalten überspannen; bei Vollformatdesigns erstreckt sie sich über die gesamte Satzbreite. Der Platz zwischen Kopfleiste und Anfangstext besteht normalerweise aus Weißraum, nicht aus weiterer Ornamentik.
Der Begriff hat sich bewährt, auch als sich die Drucktechnik vom Metallsatz zur Offsetlithografie und digitalen Satzherstellung verschoben hat. Moderne Kopfleisten funktionieren identisch: Sie sind grafische Mittel zum Öffnen eines Kapitels oder Abschnitts. Zeitgenössische Versionen können digitale Illustrationen, fotografische Elemente oder CSS-generierte Rahmen sein, erfüllen aber die gleiche semantische und räumliche Funktion wie ihre metallenen Vorgänger.
Kopfleisten unterscheiden sich von Schlussleisten, die Abschnitte schließen und auf der letzten Seite eines Kapitels erscheinen. Sie sind auch nicht identisch mit Kolumnentiteln oder Seitenkopfzeilen, die auf jeder Seite wiederholt werden. Beim Binden und Finalisieren werden Kopfleisten als Teil der Seite gedruckt und erfordern keine separate Anwendung; sie sind Teil der flachen Druckoberfläche.