Ausfachung
Englisch: hearting
Das Füllmaterial zwischen Mauerschalen höherer Tragfähigkeit, besonders im Mauerwerk.
Kernmauerwerk: Schuttfüllung zwischen tragenden Mauerschalen
Kernmauerwerk ist das Füllmaterial, das in den Hohlraum zwischen zwei äußeren Mauerschalen aus Stein oder Backstein gepresst wird, typisch in massiven dicken Wänden oder Zweischalenwänden. Es besteht aus Backsteinbruch, Steinabschlag, Mörtelbrocken und anderem Bauschutt von der Baustelle, verdichtet zum Ausfüllen von Hohlräumen und zur Kostenersparnis. Die äußeren Schalen tragen die Strukturlast; das Kernmauerwerk bietet Masse, Wärmewiderstand und seitliche Aussteifung zwischen ihnen.
In traditionellen massiven Steinwänden, besonders verbreitet im schottischen und nordeuropäischen Bau vom 18. bis frühen 20. Jahrhundert, nimmt Kernmauerwerk 40 bis 60 Prozent der Wanddicke ein. Eine 60 cm dicke Steinwand könnte 20 cm behauenen Quaderstein außen, 20 cm innen und 20 cm ungeordnetes Kernmauerwerk dazwischen haben. Die Qualität und Verdichtung des Kernmauerwerks beeinflussen die Wandleistung direkt: schlecht verdichtetes Kernmauerwerk ermöglicht Wassereindringung und vermindert die Fähigkeit der Wand, als einheitliches Element zu wirken.
Schäden und Verschleiß
Bewegungen des Kernmauerwerks sind ein großes Problem in alten Mauern. Ungleichförmige Setzung, Frostaufbruch und Mörtelabwitterung erzeugen Hohlräume, wenn Kernmauerwerk absinkt oder sich lockert. Regen dringt durch fehlerhaften Fugenverputz auf der äußeren Schale ein, sättigt das Kernmauerwerk und wandert zur Innenseite durch, verursacht Feuchteflecken, die möglicherweise erst Jahre nach der Fertigstellung sichtbar werden. Nur Verfugen reicht nicht aus; auch die innere Schale muss verfugt werden, um eine Feuchtebarriere zu schaffen. Bei Zweischalenwänden, die ab den 1920er Jahren gebaut wurden, wurde Kernmauerwerk allmählich durch Luftschichten oder Teilfüllungen ersetzt, was diese Ausfallart beseitigte.
Der Begriff spiegelt die Funktion wider: Kernmauerwerk ist das Herz oder Kernmaterial zwischen den zwei starken äußeren Schalen. Es war wirtschaftlich, weil Handwerker Baustellenabfälle und Verschnitt verwenden konnten statt Material aus dem Steinbruch. Die Qualität des Kernmauerwerks war selten genau spezifiziert, was es zu einem variablen und oft schwachen Punkt bei heutigen Sanierungsarbeiten macht. Beim Öffnen historischer Wände für Reparaturen erwarten Inspektoren alles von gut verdichteter Tonmörtel und Backstein bis zu losem Stein und Erde, je nach Sorgfalt des Handwerkers und verfügbaren Materialien.