Satteldach
Englisch: gable roof
Dach mit einzelnem Dachfirst, das an den Giebelseiten endet.
Satteldach: zwei Dachflächen treffen an der Spitze zusammen
Ein Satteldach ist ein geneigtes Dach, das aus zwei geneigten Ebenen besteht, die sich an einem zentralen Dachfirst treffen und an jedem Ende des Gebäudes einen dreieckigen Wandabschnitt, das sogenannte Giebel, bilden. Dies ist die häufigste Dachform im Wohnungsbau, weil sie Wasser und Schnee zuverlässig ableitet und im Vergleich zu anderen geneigten Dachtypen einen minimalen Konstruktionsaufwand erfordert.
Die beiden Dachflächen, sogenannte Sparren oder Fachwerkbinder, haben normalerweise Neigungswinkel zwischen 4:12 und 12:12 Neigung (4 bis 12 Zoll vertikaler Anstieg pro 12 Zoll horizontaler Lauf). Steilere Neigungen vergrößern das Dachgeschossvolumen und verbessern die Entwässerung in feuchten Klimazonen; flachere Neigungen sparen Material, müssen aber in Gebieten mit starken Niederschlägen oder Schneelasten mit angemessener Unterdeckung und Dachrinnen kombiniert werden. Der Dachfirstbalken oder das Firstbrett an der Spitze trägt Lasten von beiden Seiten und muss nach Spannweite und Lastberechnungen bemessen und ausgesteift werden.
Die dreieckigen Giebelwandabschnitte bleiben typischerweise als offene Konstruktionsöffnung oder werden mit Verkleidung, Ziegeln oder anderen Baustoffen gefüllt. Diese Geometrie schafft nutzbaren Dachgeschossraum, allerdings muss die Belüftung sorgfältig geplant werden. Feuchte und Wärmeansammlung in Dachgeschosshöhlen können die Lebensdauer des Daches verkürzen und Konstruktionsteile beschädigen. Daher sind in Satteldächern üblicherweise Soffit- und Firstlüftungen oder aktive Belüftungssysteme vorgesehen.
Satteldächer versagen am häufigsten dort, wo Wasser an der Verbindungsstelle von Dach und Giebelwänden eindringt, wo die Anschlussbleche zu klein bemessen oder korrodiert sind. Winddruck ist ein weiterer häufiger Schadensfall, besonders an Kanten und Giebelenden, wo sich der Druck konzentriert. Unzureichende Zugbänder oder Versteifungen zwischen den gegenüberliegenden Dachschrägen ermöglichen es dem Gewicht und Schub der Sparren, die Giebelwände nach außen zu drücken und das Mauerwerk zu reißen oder das Holzgeflecht zu spalten.
Der Begriff Giebel stammt aus dem Altnordischen und Althochdeutschen und bezieht sich auf den dreieckigen Teil einer Wand oberhalb der Traufe. Die Dachform bekam ihren Namen von dieser Stirnwand, nicht umgekehrt. Varianten sind Krüppelwalmdächer, holländische Giebeldächer (mit einem kleinen Dachbereich oben auf dem Giebel) und Mansardendächer, die doppelt geneigt sind und mehr Volumen einschließen, aber eine komplexere Konstruktion erfordern.