SpracheEnglishDeutsch
Fertigung

hecheln

Englisch: heckle

Flachs mittels spezieller Kämme, sogenannter Hecheln, zum Spinnen vorbereiten.

Hecheln: Leinen-Fasern in parallele Stränge kämmen

Hecheln ist das Verfahren, bei dem Leinenfasern durch wiederholtes Durchziehen durch ein grobes Kamm-Werkzeug, genannt Hechel, begradigt und ausgerichtet werden. Das Werkzeug selbst besteht aus einem Bett paralleler Stahlstifte oder Zähne, die in einen Holz- oder Metallrahmen eingesetzt sind und je nach erforderlicher Feinheit typischerweise 3 bis 6 Millimeter auseinander liegen. Der Arbeiter hält ein Bündel roher Leinenstengel und zieht es rückwärts durch die Stifte, die Kurzfasern, Knoten und holzige Verschmutzungen herauskämmen und lange Fasern parallel und bereit zum Spinnen zu Faden oder Garn hinterlassen.

Die Arbeit bereitet Leinen in Stufen vor. Grobe Hechel mit breiterer Zahnteilung entfernen den Großteil der Schäben (holziger Kern) und Kurzfasern; feinere Hechel richten das Verbleibende schrittweise zu glänzenden, parallelen Strängen aus. Ein einzelnes Bündel kann drei oder vier progressiv feinere Hechel durchlaufen, bevor es für das Spinnrad des Spinners bereit ist. Die verworfenen Kurzfasern und der Staub, genannt Werg, haben ihren eigenen Wert als Material niedrigerer Qualität für grobere Textilien, Schnur oder Polsterung.

Handhechelwerk, das von kleinen Erzeugern und Handwerkern noch praktiziert wird, nutzt eine stationär auf einer Bank montierte Hechel. Industrielle Hechtelsmaschinen, die im neunzehnten Jahrhundert entwickelt wurden, führten Leinen mit drehenden oder hin- und hergehenden Kämmen mit hoher Geschwindigkeit zu, wobei Arbeiter Bündel zu- und abludens. Der Durchsatz und die Faserqualität hängen stark von der Zuführungsgeschwindigkeit, der Zahnteilung und der Fähigkeit des Arbeiters ab. Schlechtes Hecheln hinterlässt Fasern verknotet oder gebrochen; zu viel Hecheln verschwendet Material.

Der Name stammt von dem Altenglisch hackle ab, das wiederum mit der Form und Funktion des Werkzeugs zusammenhängt, ähnlich einem groben Rechen oder Kamm. Die Verbform ist am häufigsten in Leinen-Regionen verbreitet: Irland, Belgien, die Niederlande und Teile Frankreichs und Russlands sahen historisch intensive Hechtelsarbeit, vieles davon von Frauen und Kindern, die saisonal eingestellt wurden.

Hecheln liegt zwischen dem Rösten (Wassertränkung, um die Fasern vom holzigen Kern zu lockern) und dem Spinnen. Ohne Hecheln kann Rohleinen nicht zu feinem, gleichmäßigem Garn gesponnen werden. Die industrielle Leinenproduktion nutzt Hecheln immer noch als Kernschritt, obwohl moderne Maschinen schneller und gleichmäßiger sind als Handarbeit. Das Verfahren ist jetzt seltener, weil synthetische Fasern viele Märkte dominieren, aber die Leinenproduktion hängt vollständig davon ab.

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