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Industrieelektronik

Heimcomputer

Englisch: home computer

Ein Computer, der zur Verwendung im Haushalt vorgesehen ist.

Heimcomputer: Konsumentengerät des Booms in den 1980er und 1990er Jahren

Ein Heimcomputer ist eine kleine, preiswerte Desktop- oder tragbare Maschine für den Hausgebrauch und nicht für geschäftliche oder industrielle Anwendungen. Diese Geräte mit Prozessoren, die typischerweise mit 1 bis 50 Megahertz liefen und 64 Kilobyte bis wenige Megabyte RAM zur Verfügung stellten, brachten Datenverarbeitung in den 1980er und frühen 1990er Jahren in Wohnzimmer und Schlafzimmer. Sie waren mit Betriebssystemen wie Commodore Basic, CP/M oder später Microsoft DOS vorinstalliert und nutzten Kassettengeräte oder Diskettenlaufwerke zur Speicherung.

Diese Kategorie entstand aus einer Marktlücke: Minicomputer und Großrechner waren Industriewerkzeuge, die zehntausende Dollar kosteten, während Taschenrechner nur begrenzte Funktionen boten. Unternehmen wie Commodore, Apple, Sinclair, Atari und IBM erkannten die Chance, Computer zu verkaufen, die genug Leistung für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Spiele boten und gleichzeitig klein und billig genug waren, damit sich ein Haushalt einen leisten konnte. Der Commodore 64 (1982) wurde zum meistverkauften einzelnen Computermodell aller Zeiten und kostete bei der Markteinführung 595 Dollar.

Heimcomputer dienten unterschiedlichen Zwecken je nach Benutzertyp. Geschäftlich interessierte Käufer nutzten sie für Buchhaltung und Textverarbeitung auf Maschinen wie dem IBM PC und seinen Kompatiblen. Enthusiasten programmierten in Basic und lernten grundlegende Algorithmen und digitale Logik. Jüngere Benutzer spielten Spiele, die auf Kassette oder Cartridge verteilt wurden, von Textadventures bis zu kachelbasierten Platformern. Die pädagogische Nutzung war beabsichtigt: viele Schulen setzten Maschinen wie den BBC Micro gezielt ein, um Kindern Programmierung beizubringen.

Die meisten Heimcomputer waren mit einem Fernsehgerät über Composite-Video oder RF-Modulator verbunden, wodurch der Kauf eines separaten Monitors entfiel. Ladezeiten von Audiokassetten mit 10 bis 20 Minuten wurden berüchtigt, und der Wechsel zu Diskettenlaufwerken (3,5-Zoll und 5,25-Zoll) reduzierte die Ladezeiten auf Sekunden. Tastaturen waren bei Systemen wie dem Commodore 64 oder Sinclair Spectrum direkt in das Gehäuse integriert, bei anderen abnehmbar. Der Stromverbrauch lag typischerweise bei 20 bis 100 Watt und war damit deutlich geringer als die Anforderungen an klimatisierte Räume für institutionelle Datenverarbeitung.

Der Begriff "Heimcomputer" wurde Mitte der 2000er Jahre obsolet, als sich Personal Computer mit Laptops, Tablets und Smartphones vereinigten. Trotzdem bleibt die Kategorie technisch korrekt und historisch wichtig: sie markiert den Moment, in dem Computing aus einem spezialisierten Bereich in den Alltag von Haushalten überging. Sammler und Retro-Computing-Enthusiasten restaurieren und nutzen weiterhin Original-Hardware, und die Designphilosophie dieser Geräte, ihre Einfachheit, Zugänglichkeit und vorinstallierte Software beeinflussten direkt die Unterhaltungselektronik, die folgte.

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