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Industrieelektronik

HS-PDSCH

Abkürzung für High Speed Physical Downlink Shared Channel (in UMTS).

HS-PDSCH: die schnelle Datenautobahn in Mobilfunknetzen

HS-PDSCH steht für High Speed Physical Downlink Shared Channel, eine Funkressource in UMTS-Netzen (Universal Mobile Telecommunications System), die Nutzerdaten von Basisstationen zu Mobilgeräten transportiert. Sie arbeitet nur in Abwärtsrichtung, das heißt Daten fließen in eine Richtung: vom Netz zum Handy. Der Kanal teilt physikalische Ressourcen unter mehreren Nutzern auf der gleichen Trägerfrequenz, wobei Scheduling-Algorithmen entscheiden, welches Gerät zu welchen Zeitschlitzen und Codes Zugriff erhält.

Die Bezeichnung high speed bezieht sich auf die Fähigkeit, Datenraten bis 14,4 Mbps in Release 5 des Standards zu unterstützen. Dies wird erreicht durch mehrere Codes pro Nutzer, kürzere Übertragungszeitintervalle von 2 Millisekunden und Techniken wie schnelle Wiederübertragung. HS-PDSCH war das Tor zu praktischem mobilem Breitband in den frühen bis mittleren 2000er-Jahren, bevor LTE eingeführt wurde. Geräte mit dieser Fähigkeit werden oft als HSDPA-fähig (High Speed Downlink Packet Access) vermarktet, was HS-PDSCH mit den zugehörigen Steuerkanälen verbindet.

HS-PDSCH teilt sich die gleiche Trägerbanbreite wie herkömmliche UMTS-Datenkanäle, nutzt aber dedizierte Ressourcen, die von einem schnellen Scheduler an der Basisstation gesteuert werden. Der Scheduler überwacht das Kanalfeedback von jedem Gerät und verteilt Codes und Leistung entsprechend, typischerweise alle 2 Millisekunden. Wenn eine Übertragung fehlschlägt oder beschädigt wird, lösen ARQ-Mechanismen (Automatic Repeat Request) Wiederübertragung innerhalb von Millisekunden aus, statt der längeren Laufzeiten früherer UMTS-Methoden.

Der Kanal transportiert das, was Ingenieure Nutzdaten nennen: E-Mail-Downloads, Webinhalte, Streaming-Anwendungen. Separate Steuerkanäle informieren Geräte, wenn ihre HS-PDSCH-Übertragungen ankommen, und überbringen Bestätigungen. Der Stromverbrauch in empfangenden Geräten ist erheblich, da die Basisstation mit hoher Leistung senden muss, um mehrere Nutzer gleichzeitig zu unterstützen, und Geräte ständig lauschen müssen, um an sie adressierte Zuordnungen zu erkennen.

HS-PDSCH wurde mit dem kommerziellen Start von LTE ab 2009 weitgehend obsolet, das höhere Spitzenwerte und niedrigere Latenz durch andere Modulations- und Kodierverfahren bietet. Es blieb jedoch über ein Jahrzehnt hinweg in Legacy-UMTS-Netzen aktiv und einige Regionen behielten UMTS-Infrastruktur bis in die 2020er-Jahre bei. Das Verständnis für HS-PDSCH ist weiterhin relevant für alle, die mit älterer Mobilfunkinfrastruktur, Gerätekompatibilitätstests oder Dokumentation der Netzentwicklung arbeiten.

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