Hunting
Englisch: hunting
Verfahren zur Bestimmung, welche Telefonleitung aus einer Gruppe einen Anruf erhält.
Hunting: Suche nach der nächsten freien Leitung in einer Gruppe
Beim Hunting in Telefon-Vermittlungsanlagen handelt es sich um den automatischen Prozess, bei dem aufeinander folgende Telefenleitungen einer Gruppe getestet werden, bis eine freie gefunden wird, und der ankommende Anruf dann zu ihr weitergeleitet wird. Wenn ein Anrufer eine Nummer wählt, die von mehreren Leitungen bedient wird, wählt die Vermittlung nicht einfach zufällig eine Leitung oder überlastet die erste: Sie durchsucht stattdessen systematisch die verfügbaren Schaltkreise in einer definierten Reihenfolge, bis sie einen findet, der nicht in Benutzung ist, und verbindet den Anruf dort. Dies verhindert, dass Anrufe abgelehnt werden, wenn einige Leitungen der Gruppe besetzt sind, während andere frei sind.
Hunting funktioniert über elektromechanische Schrittmechanismen in älteren Vermittlungen oder über Softwarelogik in digitalen Systemen. Die einfachste Form, lineares Hunting genannt, testet Leitungen in strenger numerischer Reihenfolge: Leitung 1, dann 2, dann 3 usw., mit Rückkehr zum Anfang. Zirkuläres Hunting beginnt bei der letzten Leitung, die einen Anruf erhalten hat, und reduziert so die Abnutzung der ersten Leitungen der Gruppe. Einige Systeme verwenden zufälliges Hunting, um Anrufe gleichmäßiger zu verteilen, oder Load Sharing, um Anrufe basierend auf der aktuellen Warteschlangentiefe oder geschätzter Gesprächsdauer weiterzuleiten.
Varianten und Anwendung
Hunting ist überall dort erforderlich, wo mehrere Leitungen eine einzige Rufnummer bedienen: Geschäftsnebenstellenanlagen, Notfalldienste, Fluglinien-Reservierungssysteme und Kundenservice-Center verlassen sich alle darauf. Die Größe der Hunting-Gruppe kann von zwei Leitungen bis zu Hunderten in großen Call Centern reichen. Der Hunting-Algorithmus und die Gruppenmitgliedschaft werden typischerweise während der Installation der Vermittlung konfiguriert und bei sich änderndem Bedarf angepasst. Schlechte Hunting-Konfiguration kann zu systematischer Überlastung bestimmter Leitungen führen, während andere untätig bleiben, was Engpässe schafft, die Anrufer als wiederholte Besetzttöne erleben.
Der Begriff stammt von der Suche oder Jagd nach einer verfügbaren Ressource, analog zur Jagd auf Wild. Er stammt aus der Ära der Schritt-für-Schritt- und Crossbar-Vermittlung, wo physische Relais und Schleifer tatsächlich Leitungsanschlüsse abfuhren, bis sie einen freien Pfad fanden. In modernen digitalen Vermittlungen und VoIP-Systemen besteht dieselbe logische Funktion fort, obwohl kein mechanisches Hunting stattfindet: Das Prinzip bleibt bestehen, dass ein untätiger Schaltkreis gefunden und in Anspruch genommen werden muss, bevor eine Verbindung hergestellt werden kann.
Hunting unterscheidet sich vom Queuing: Ein angerufener Anruf wartet in einem Puffer, bis eine Leitung frei wird, während ein gejagter Anruf entweder sofort verbunden wird oder mit einem Besetzton abgelehnt wird, wenn zu diesem Zeitpunkt keine freie Leitung vorhanden ist. Einige moderne Systeme kombinieren beides und setzen Anrufe in die Warteschlange, wenn alle Leitungen besetzt sind, anstatt sie sofort abzulehnen. Die Hunting-Gruppe, der verwendete Algorithmus und seine Wechselwirkung mit Anrufwarteschleife, Anrufweitergabe und Konferenzbrücke sind entscheidende Parameter im Design von Vermittlungen und Nebenstellenanlagen.