ACI
Abkürzung für Störung durch benachbarten Kanal.
ACI: wenn benachbarte Frequenzen sich gegenseitig stören
Nachbarkanal-Störung tritt auf, wenn ein Funksender auf einer Frequenz genug Leistung in benachbarte Frequenzkanäle ausstrahlt, um den Empfang dort zu verschlechtern oder zu blockieren. Es ist im Grunde ein Problem unvollkommener Filterung und spektralen Spillovers. Ein Sender auf 460 MHz beispielsweise konzentriert seine gesamte Leistung nicht auf genau 460 MHz; sie verteilt sich über eine Bandbreite, die durch das Modulationsverfahren und die Verstärkereigenschaften bestimmt wird. Wenn ein Empfänger auf 461 MHz (oder 459 MHz) empfindlich genug ist, nimmt er diesen Spillover auf und das gewünschte Signal wird durch unerwünschte HF-Energie aus dem benachbarten Kanal beeinträchtigt.
Der Schweregrad der ACI hängt von drei Faktoren ab: den Außenband-Emissionswerten des Senders, der Selektivität des Empfängers (wie scharf er unerwünschte Frequenzen ablehnt) und dem physischen Abstand zwischen den Kanälen. Professionelle mobilen Landfunksysteme im Bereich 450-470 MHz und 800 MHz sind besonders anfällig, da Kanäle dicht beieinander liegen, oft nur 25 kHz oder 12,5 kHz auseinander. Ein Sender, der FCC-Teil-90-Emissionsmasken erfüllt, kann dennoch ACI auf einen schlecht ausgelegten oder gealterten Empfänger im benachbarten Kanal verursachen.
Empfänger wehren sich gegen ACI durch bessere Frontend-Filterung und höhere Selektivität in Zwischenfrequenzstufen. Dual-Conversion-Empfängerarchitekturen mit steilen HF-Filtern helfen, aber die Kosten steigen stark. Sender können ACI reduzieren, indem sie saubere Verstärker, kleinere Modulationsbandbreite und scharfe Ausgangsfilterung verwenden. In modernen digitalen Systemen ist ACI weniger dominant geworden als Störung auf gleichem Kanal, weil enger Kanalabstand und bessere Frequenzstabilität benachbarte Kanäle weniger problematisch machen als andere Nutzer auf derselben Frequenz.
ACI unterscheidet sich von Störung auf gleichem Kanal (zwei Sender auf derselben Frequenz) und Blockierung, bei der ein starkes Außenband-Signal die Empfindlichkeit eines Empfängers über mehrere Kanäle verschlechtert. Ingenieure gehen ACI oft durch Netzplanung an und stellen sicher, dass Sender in einem Versorgungsgebiet unmittelbar benachbarte Frequenzen nicht verwenden, wenn diese die Empfänger des anderen stören würden. Bei dichten städtischen Einsätzen mit mehreren Basisstationen zwingt diese Einschränkung Betreiber, verschachtelte Kanal-Schemata zu verwenden oder größere geografische Abstände zwischen Standorten mit gleicher Frequenz einzuhalten.