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Bahntechnik

Rangierhof mit Hügel

Englisch: hump yard

Ein Klassifizierungs- oder Rangierplatz mit einem Hügel, über den Züge rangiert werden, woraufhin die Wagen durch Schwerkraft in verschiedene Nebengleise rollen.

Humptyards: gravitationsgesteuerte Gleisklassifizierung auf einer Steigung

Ein Humptyards ist eine Rangieranlage, die auf einer Steigung errichtet ist. Dort werden Güterwagen über einen erhöhten Gleisabschnitt geschoben und rollen dann durch die Schwerkraft in darunter liegende Sortiergleise. Der "Hump" ist typischerweise 12 bis 15 Meter hoch. Die Wagen trennen sich beim Abstieg, wobei Weichen jeden Wagen in sein zugewiesenes Gleis leiten. Dieses System macht es überflüssig, dass Rangiermaschinen jeden Wagen einzeln über den Hof verschieben, was Kuppel- und Entkupplungsarbeit erheblich reduziert.

Der Prozess beginnt damit, dass ankommende Züge auf das Zuführungsgleis gestellt werden. Eine Rangiermaschine kuppelt den Zug ein und zieht ihn den Berg hinauf zum Humphöchstpunkt. Wenn die Wagen die Kuppe überqueren und ihren Abstieg beginnen, werfen Arbeiter oder automatische Systeme Weichen um, um sie in die richtigen Sortiergleise zu lenken. Die Wagen rollen aus eigener Kraft, verlangsamen sich beim Abhängen und kuppeln schließlich mit anderen Wagen gleicher Bestimmung ein.

Bremsverzögerungen und Geschwindigkeitsregelung

Ohne Reibungskontrolle würden Wagen gefährlich hohe Geschwindigkeiten erreichen. Moderne Humptyards nutzen Bremsgeräte, das sind gleisgestützte Einrichtungen, die elektromagnetische Bremsen oder Reibung anwenden, um rollende Wagen auf 5 bis 10 km/h vor Erreichen ihrer Sortiergleise zu verlangsamen. Ältere Anlagen verließen sich auf manuell betätigte Radbremsen oder Reibungsschalter; neuere Installationen nutzen hydraulische oder elektromagnetische Bremsgeräte, die automatisch je nach Wagenmasse und Bestimmungsort gesteuert werden.

Humptyards sind bei hohem Aufkommen an großen Umschlagplätzen mit 3.000 bis 6.000 Wagen täglich am wirtschaftlichsten. Kleine Nebenbahnen und Häfen können stattdessen flache Rangierhöfe nutzen, wo jede Bewegung Maschinenenergie benötigt. Das Hump-Design eignet sich für große Klassifizierungsanlagen, die wichtige Bahnstrecken bedienen, wo einheitliche Sortierung unterschiedlicher Frachten die Kapitalkosten und Infrastruktur rechtfertigt.

Der Begriff entstand in den 1920er und 1930er Jahren, als die ersten großen Schwerkraftrangierhöfe in Nordamerika und Europa gebaut wurden. Der Hump selbst ist kein natürliches Merkmal, sondern eine angelegte Böschung, oft 240 bis 360 Meter lang, gebaut, um ausreichend Gefälle für das freie Rollen der Wagen zu bieten. Humptyards bleiben das Standardmodell für große Güterstrecken trotz des Aufstiegs von computergesteuerten Weichen und Sensornetzwerken.

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