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Elektrotechnik

Internetdienstanbieter

Englisch: Internet service provider

Unternehmen, das Internetzugang bereitstellt.

ISP: der Netzbetreiber, der Ihre Anlage mit dem Internet-Backbone verbindet

Ein Internet Service Provider ist ein Unternehmen, das Netzwerk-Infrastruktur betreibt, um Datenverbindungen zwischen Endnutzern und dem größeren Internet bereitzustellen. In industriellen und gewerblichen Umgebungen liefert der ISP die Verbindung auf der physischen Ebene, üblicherweise über Kupferleitungen, Glasfaserkabel, Koaxialkabel oder drahtlose Funkstrecken, die an Ihrem Demarcation Point enden. Der ISP besitzt oder mietet die Übertragungsausrüstung, verwaltet Routing-Protokolle und unterhält die Backbone-Verbindungen zu Peering-Exchanges, wo der Datenverkehr mehrerer Betreiber zusammentrifft.

Industrieanlagen sind auf ISPs angewiesen, wenn es um Zuverlässigkeit und Bandbreite geht, die den Betrieb direkt beeinflussen. Ein Fertigungswerk mit Echtzeit-Prozessleitsystemen, Fernüberwachung oder Cloud-basierten Leitsystemen benötigt garantierte Verfügbarkeit und niedrige Latenzen. ISPs bieten verschiedene Service-Stufen an: Breitband für Privatnutzer (typischerweise 10 bis 100 Mbps), Business-Anschlüsse (100 Mbps bis 10 Gbps) und dedizierte Leitungen wie T1-Verbindungen (1,544 Mbps), Metro Ethernet oder Dark-Fiber-Mietungen. Dedizierte Leitungen haben Service-Level-Agreements mit vereinbarten Verfügbarkeitsgarantien (häufig 99,5 bis 99,99 Prozent) und maximalen Latenzen, während Privatkundenservice keine solche Zusicherung bietet.

Typische Ausfallarten und Redundanz

Eine einzelne ISP-Verbindung schafft eine kritische Abhängigkeit. Sollte die Ausrüstung des ISP ausfallen oder sein Backbone überlastet sein, verliert Ihre Anlage die Internetverbindung. Industriebetriebe mit kritischen Prozessen unterhalten häufig duale ISP-Verbindungen von verschiedenen Betreibern über separate physische Strecken und unterschiedliche Technologien mit automatischem Failover-Umschalten. Dieses Dual-Connection-Konzept erfordert einen Router oder eine Firewall, die einen Ausfall der primären Leitung erkennt und den Datenverkehr innerhalb von Sekunden umleitet.

ISPs in Industrieregionen bieten möglicherweise verwaltete Services über die reine Konnektivität hinaus: statische IP-Adressblöcke, DNS-Hosting, DDoS-Schutz oder VPN-Terminierung. Für Stromversorger, Wasseraufbereitungsanlagen und andere Infrastruktur-Betreiber stellen einige ISPs spezielle Leitungen mit niedriger Latenz und minimalem Jitter für SCADA-Kommunikation bereit, wobei diese üblicherweise erheblich teurer sind als Standard-Business-Breitband.

Der Begriff entstand in den frühen 1990er Jahren, als kommerzieller Internetzugang eine Modem-Einwählverbindung über einen lokalen Zugangspunkt eines Service Providers erforderte. Obwohl Einwahl mittlerweile fast verschwunden ist, besteht der Begriff fort, weil die Grundfunktion unverändert bleibt: Ein Unternehmen betreibt gemeinsam genutzte Netzwerk-Infrastruktur und verkauft den Zugang dazu. Moderne ISPs arbeiten in deutlich größerem Maßstab und mit höheren Geschwindigkeiten, aber das Geschäftsmodell und die Rolle in der Versorgungskette sind grundlegend gleich geblieben.

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