intersertal
Mit Glas zwischen größeren Kristallen in einem porphyrischen Gestein.
Intersertal: Glas, das die Zwischenräume zwischen Phänokristallen ausfüllt
In porphyrischem Magmatit wachsen größere Kristalle, sogenannte Phänokristalle, zuerst beim Erkalten der Magma. Wenn die restliche Schmelze schneller abkühlt, erstarrt sie zu einer feinkristallinen oder glasigen Matrix um diese Kristalle herum. Wenn diese Matrix überwiegend aus Glas statt aus mikrokristallinem Material besteht und Glas die Zwischenräume zwischen Phänokristallen ausfüllt, nennt man die Gefügestruktur intersertal.
Interserale Gesteine sind in vulkanischen und flachen intrusiven Umgebungen verbreitet, wo die Abkühlung schnell genug abläuft, um eine vollständige Kristallisation der Grundmasse zu verhindern. Basalte und Andesite zeigen diese Gefügestruktur häufig. Die Unterscheidung ist wichtig, denn sie verweist auf die Abkühlungsgeschichte und die Viskosität der Magma: Langsamere Abkühlung erzeugt eine vollständig kristalline Grundmasse (intergranulare Struktur), während schnellere Abkühlung flüssiges Glas zwischen den größeren Kristallen einschließt.
Der Begriff stammt aus dem Lateinischen inter (zwischen) und sertum (etwas Geflochtenes oder Verflochtenes). Der Name beschreibt genau das, was man unter dem petrographischen Mikroskop sieht: dunkles oder durchsichtiges Glas, das physisch in den Zwischenräumen der Phänokristalle sitzt. Unter gekreuzten Polaren erscheint die glasige Matrix dunkel und isotrop, was sie unmittelbar von kristallinem Material unterscheidet.
Interserale Gefügestruktur hat praktische Auswirkungen auf Gesteinsfestigkeit und Verwitterung. Glas ist unter Oberflächenbedingungen weniger stabil als Kristalle, daher können interserale Gesteine schneller verwittern als vollständig kristalline Äquivalente. Bei der Verwendung als Zuschlagstoff oder Werkstein kann die glasreiche Matrix die Dauerhaftigkeit und das Aussehen beeinflussen. Bergarbeiter und Steinbruchbetreiber stoßen möglicherweise auf interserale Basalte, die anders brechen als ihre vollständiger kristallisierten Verwandten.