Pony Putter
Englisch: pony putter
Fahrer eines Ponys, das einen Minenwaggon zieht.
Pony Putter: der Arbeiter, der Erz- und Kohlewagen fuhr
Ein Pony Putter war ein Bergarbeiter, der Grubenponys steuerte, die beladene Wagen mit Erz, Kohle oder Stein durch unterirdische Gänge transportierten. Die Ponys, meist Shetland- oder Walliser Rassen von etwa 10 bis 12 Handbreit Höhe, waren vor Wagen gespannt, die Tubs oder Drams hießen, und der Putter lenkte sie auf Schienen oder Tramways von der Abbaufläche bis zur Schachtöffnung oder zum Verladeort an der Oberfläche. Dies war einer der häufigsten Jobs in tiefen Bergwerken im 19. und frühen 20. Jahrhundert, besonders in Kohlegruben in Großbritannien, Belgien und Teilen Nordamerikas.
Die Arbeit erforderte Körperkraft und genaue Kenntnis des unterirdischen Grubenaufbaus. Ein Pony Putter musste das Tier lenken, Bremsmechanismen an den Wagen bedienen und enge Gänge navigieren, die manchmal nur 1,20 bis 1,50 Meter hoch waren. Der Job verlangte sorgfältige Handgriffe: Ponys konnten erschöpft werden, von Dachbrüchen erschrecken oder bei scharfen Kurven verletzt werden. Gute Putter verstanden ihre Tiere und lernten, Warnsignale wie schweres Atmen oder Stolpern zu erkennen. Sie hielten auch die Geschirre in Ordnung und sorgten dafür, dass Lasten richtig ausbalanciert waren, damit sie an Steigungen nicht verrutschten.
Varianten und Arbeitsbedingungen
Größere Gruben beschäftigten Dutzende von Puttern im Schichtdienst. In manchen Betrieben übernahmen Jungen ab zehn Jahren Pony-Putter-Positionen und trieben Tiere auf ausgetretenen Wegen, während ältere, stärkere Männer an der Abbaufläche räumten und beluden. Der Begriff wurde auch allgemein für jeden Wagoner in einer Grube verwendet, obwohl technisch ein Putter Tiere fuhr, während ein Cutter oder Hewer an der Kohleflöz arbeitete. An der Oberfläche gab es auch den Putter, der Pferde auf Grubenbahngleisen im Tageslicht fuhr, ein weniger unterirdischer und gefährlicher Posten.
Der Name "Putter" stammt vom Vorgang des Vorwärtsbringens von Wagen. Das Pony war das wesentliche Werkzeug, da es weniger Belüftung und Futter brauchte als Pferde und enge, nasse, abschüssige Tunnel sicherer navigieren konnte als größere Tiere. Ponys konnten unter solchen Bedingungen 20 bis 30 Jahre arbeiten und wurden so an die Dunkelheit gewöhnt, dass sie an der Oberfläche unter Stress litten. Ein einzelnes Pony konnte pro Schicht 8 bis 12 Tonnen Material transportieren und dabei vielleicht 40 bis 60 beladene Tubs in einem Arbeitstag fördern.
Die Mechanisierung von Gruben ab den 1920er Jahren verdrängte die Pony Putter allmählich. Elektrische Fördersysteme, Förderanlagen und später Diesellokomotiven reduzierten den Bedarf an tiergetriebenen Transporten. In den 1960ern war die Rolle in modernen Gruben fast verschwunden, obwohl kleine Gruben in entlegenen Gegenden Grubenponys bis in die 1980er Jahre nutzten. Der Pony Putter steht für einen spezifischen Moment in der Bergbaugeschichte, als Tierkraft die dominierende Lösung für unterirdische Transporte war, bevor elektrische Kraft allgegenwärtig wurde.