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Zimmerei

Lackierwerk

Englisch: japanning

Ein europäisches Verfahren zur Herstellung von Lackwaren in Nachahmung des traditionellen japanischen Stils.

Japanning: schwarze Lackoberfläche im Stil asiatischer Arbeiten

Japanning ist eine europäische Dekorationstechnik, bei der harte, glänzende Lackschichten auf Holz, Metall oder Leder aufgetragen werden, um das Aussehen traditioneller japanischer Lackwaren nachzuahmen. Das Verfahren besteht aus mehreren dünnen Schichten Firnis oder Lack, meist in Schwarz oder dunklen Farben, die dann oft mit Blattgold, Farbe oder Einlegearbeiten verziert werden, um ornamentale Muster zu schaffen. Das Ergebnis ist eine langlebige, hochglänzende Oberfläche, die das Licht bricht und Feuchtigkeit deutlich besser abweist als blankes Holz oder Metall.

Die Technik wurde im 17. Jahrhundert in Europa beliebt, besonders in England und den Niederlanden, nachdem der Asienhandel echte japanische und chinesische Lackwaren in wohlhabende Haushalte brachte. Europäische Handwerker, die keinen Zugang zum echten Lack aus der Urushiol-Pflanze hatten, verwendeten stattdessen Schellack, Copale und andere Harze, gelöst in Alkohol oder Öl, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen. Der Name selbst spiegelt die europäische Faszination für östhetische Formen wider, obwohl sich Chemie und Verarbeitungsmethoden erheblich von authentischen asiatischen Praktiken unterschieden.

Der Japanner trägt eine Oberfläche auf, indem er mehrere Lackschichten nacheinander aufbringt und zwischen den Schichten leicht abschleifen, um die Haftung zu sichern. Frühe Formulierungen basierten auf Schellack (der rohe Harzausscheidung der Lackschildlaus) vermischt mit Schellack, Spiritus und Pigmenten, besonders Lampenschwarz. Spätere Arbeiten verwendeten härtere Kunstharze, um die Haltbarkeit zu verbessern. Jede Schicht muss aushärten, bevor die nächste aufgetragen wird; dieser Prozess wird durch sanfte Wärmezufuhr beschleunigt. Sobald die Grundschichten fest sind, kann der Japanner Dekorelemente aufbringen: handgemalte Szenen, Blattgold auf Klebstoff, oder eingelassene Perlen, Schildpatt oder Elfenbein.

Japannierte Möbel und Metallwaren wurden besonders im 18. Jahrhundert für Teetische, Spiegel, Kästen und Uhrengehäuse geschätzt. Die Oberfläche neigt zu Rissen und Krakelierkrackeleien, wenn sie extremen Temperaturschwankungen oder mechanischer Belastung ausgesetzt ist, und frühe Schellack-Formulierungen werden mit der Zeit gelb, wenn sie starkem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Reparaturen erfordern sorgfältiges Abbeizen und Neulackieren, da die alten Lackschichten schlecht auf neue Anstriche haften, wenn sie nicht ordnungsgemäß vorbereitet werden. Authentisches historisches Japanning ist zu einer spezialisierten Restaurierungs- und Konservierungstechnik geworden, wobei Handwerker noch heute traditionelle Formulierungen auf historischen Objekten von Hand auftragen.

Heute findet sich Japanning hauptsächlich in handwerklichen Restaurierungen und hochwertige Konservierungsarbeiten. Das moderne industrielle Schwarzlackieren von Stahl- und Gusseisenbauteilen hat teilweise Ursprünge in Japanning-Techniken, aber Fabrikprozesse verwenden heute Spritzapplikation und synthetische Polyurethane statt handgestrichener Schellack. Der Begriff selbst ist aus dem zeitgenössischen Fachjargon weitgehend verschwunden, ersetzt durch präzisere Beschreibungen von Lacktyp und Verarbeitungsmethode, bleibt aber wichtig für jeden, der mit Dekorationskunst des 18. und 19. Jahrhunderts arbeitet.

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