Jet-Siphon
Englisch: jet siphon
Venturi-Rohr-Apparat zum Fördern großer Wassermengen von einem Behälter zum anderen durch Einpumpen einer kleinen Menge Druckwasser in den Düsenstrom zur Erzeugung eines Vakuums.
Strahlsaugpumpe: Vakuumpumpe, die nur mit Wasserdruck arbeitet
Eine Strahlsaugpumpe ist ein passives Fördergerät, das große Flüssigkeitsmengen (typischerweise Wasser) zwischen Behältern oder Sammelbecken allein mit Druckluft oder Wasserdruck bewegt. Das Gerät enthält ein Venturi-Rohr: einen konischen Einlassbereich, der die einströmende Antriebsflüssigkeit auf hohe Geschwindigkeit beschleunigt, gefolgt von einer Saugkammer, in der dieser Geschwindigkeitsabfall ein Teilvakuum erzeugt. Dieses Vakuum saugt die größere Flüssigkeitsmenge an, die gefördert werden soll, vermischt sie mit dem Antriebsstrom und drückt beide zusammen durch einen Auslassanschluss hinaus.
Die einfachsten Strahlsaugpumpen arbeiten mit Druckluft, die in den Venturi-Hals eingeleitet wird. Wasser oder andere Flüssigkeit sammelt sich um den Lufteinlass; der Luftstrahl saugt diese Flüssigkeit in die Saugkammer und transportiert sie nach oben und nach außen. Stärkere Ausführungen nutzen die Druckflüssigkeit selbst als Antriebsmedium und liefern höhere Fördermengen, besonders bei kalten oder zähen Medien. Die Fördermengen sind sehr unterschiedlich und hängen von Antriebsdruck, Düsendurchmesser und Venturi-Geometrie ab, aber industrielle Aggregate fördern üblicherweise zwischen 380 und 3800 Litern pro Minute.
Die Bedeutung des Namens: "Saugpumpe" ist etwas irreführend, da das Gerät nicht auf Schwerkraft basiert und nicht im klassischen Sinne angehoben werden muss. Die Venturi-Wirkung erzeugt die Förderung; der Name "Saugpumpe" bleibt bestehen, weil das Endergebnis einer echten Saugpumpe ähnelt. Diese Begrifflichkeit kann Bedienende verwirren, die Verhalten wie eine Schwerkraft-Saugpumpe erwarten.
Strahlsaugpumpen sind hervorragend in gefährlichen oder nassen Umgebungen geeignet, da sie keine beweglichen Teile haben, keinen Strom benötigen und Eintauchen sowie Verschleiß vertragen. Abwassersumpfpumpen, Bilgenpumpen, Bergbauentwässerung und Notfall-Hochwasserpumpung sind häufige Anwendungen. Da sie von der Antriebsdruckversorgung abhängen statt von mechanischen Dichtungen oder Laufrädern, fallen sie sicher aus: Sie stoppen einfach, wenn der Druck abfällt, statt zu blockieren oder zu kavitieren.
Die Einschränkungen sind erheblich. Der Wirkungsgrad ist im Vergleich zu Kreiselpumpen schlecht, typischerweise 30 bis 50 Prozent, da Energie im Antriebsstrom teilweise durch Mischung und Turbulenzen verloren geht. Die Förderhöhe ist durch das im Venturi erzeugte Vakuum begrenzt; Aggregate fördern Flüssigkeit selten mehr als 6 Meter vertikal. Der Verbrauch von Antriebsflüssigkeit ist beträchtlich, daher können die Betriebskosten bei Druckluftanwendungen hoch sein.
Die Wartung ist minimal, aber Designdetails sind wichtig: Düsen und Venturi-Rohre verschleißen in abrasiven Brei schnell und reduzieren die Leistung innerhalb weniger Wochen. Korrosion wird in Salzwasser- oder Chemikalien-Sammelbecken ernst. Die meisten industriellen Strahlsaugpumpen bestehen aus Bronze, Gusseisen oder Edelstahl, je nach der zu fördernden Flüssigkeit und der erwarteten Lebensdauer.