Jetlag
Englisch: jet lag
Körperlicher Zustand, der durch das Überqueren von Zeitzonen während des Fluges verursacht wird; oft die Folge einer Störung des circadianen Rhythmus.
Jetlag: zirkadiane Desynchronisation durch schnellen Zeitzeitzonenwechsel
Jetlag ist eine vorübergehende Fehlabstimmung zwischen der inneren zirkadianen Uhr des Körpers und der äußeren Zeitumgebung. Wenn ein Flugzeug mehrere Zeitzonen in einem einzigen Flug überquert, bleiben die biologischen Systeme des Fluggastes, einschließlich Schlaf-Wach-Zyklus, Hormonausschüttung und Verdauungsfunktion, in der Abflugzeitzone verankert, während sich äußere Signale (Sonnenaufgang, Essenszeiten, soziale Aktivität) abrupt verschieben. Je schneller die Überquerung, desto stärker die Störung. Ein Besatzungsmitglied, das von London nach New York in westlicher Richtung fliegt, überquert fünf Zeitzonen in etwa sieben Stunden; der Körper kann sich nicht so schnell anpassen.
Piloten und Flugbegleiter erleben Jetlag regelmäßig und es wirkt sich direkt auf die Arbeitsleistung aus. Müdigkeit, verringerte Aufmerksamkeit, beeinträchtigte Entscheidungsfindung und verschlechterte Situationswahrnehmung sind dokumentierte Folgen. Luftfahrtbehörden erkennen dieses Risiko an. Die Federal Aviation Administration und die EASA schreiben Ruhezeiten vor und begrenzen die Flugdienstzeiten, besonders nach schnellen meridionalen Überquerungen. Diese Vorschriften existieren, weil zirkadiane Desynchronisation nicht durch Willenskraft oder Koffein überwunden werden kann; die Anpassung erfordert wiederholte Exposition gegenüber lokalen Hell-Dunkel-Zyklen, typischerweise ein Tag pro überquerter Zeitzonen-Stunde.
Anpassung und Maßnahmen
Ostwärts gerichtete Flüge verursachen schlimmeres Jetlag als westwärts gerichtete Flüge gleicher Entfernung, weil der menschliche zirkadiane Rhythmus etwas länger als 24 Stunden ist und Phasenverschiebungen nach vorne stärker widersetzt als Phasenverschiebungen nach hinten. Eine London-Singapur-Strecke in östlicher Richtung (9 Stunden Flugzeit, 8 Zeitzonen) führt zu mehr Störungen als die umgekehrte Route. In der Branche üblich sind Optimierung des Schlafs vor dem Flug, strategisch zeitgesteuerte Lichtexposition und kontrollierte Melatoninverwendung, wobei die Wirksamkeit je nach Person unterschiedlich ist. Einige Betreiber planen ihre Besatzungsplanung so, dass kurze Umlauf-Transmeridianflüge minimiert werden.
Der Begriff selbst kam in den 1960er-Jahren in den allgemeinen Sprachgebrauch, als Düsenflugzeuge Transozeanflüge routinemäßig ermöglichten. Vor Düsenjets ermöglichten Schiffe und Züge eine allmähliche Zeitzonenanpassung; der Düsenantrieb machte schnelle Überquerungen medizinisch problematisch. Die Erkrankung ist nicht auf Flugbesatzungen beschränkt, aber Personal in der Flugwartung und im Flugbetrieb trägt besonderes operatives Risiko, weil Urteilsfehler die Sicherheit beeinträchtigen können. Wartungstechniker am Boden nach rotierenden internationalen Einsatzplänen und Disponenten, die 24-Stunden-Operationen leiten, erleben identische zirkadiane Belastung, allerdings ohne die akute Phasenverschiebung des tatsächlichen Fluges.