JIT
Abkürzung für Just-in-Time-Fertigung.
JIT: Fertigung ohne Lagerhalle
Just-in-time-Fertigung ist eine Produktionsstrategie, bei der Materialien, Teile und Komponenten Momente vor ihrer Verwendung an der Montagestraße oder am Arbeitsplatz ankommen, nicht Tage oder Wochen davor. Anstatt große Bestände in Lagern zu halten, liefert der Zulieferer direkt zum Einsatzort. Toyota hat diesen Ansatz in Japan in den 1970er Jahren entwickelt, und er wurde zum dominierenden Modell in der Automobil- und Elektronikindustrie.
Der Kern basiert auf präziser Terminplanung und zuverlässigen Zuliefererbeziehungen. Ein Hersteller nutzt Bedarfsprognosen und tatsächliche Produktionssignale, oft elektronisch übermittelt, um kleine Chargenlieferungen statt Großbestellungen auszulösen. Milk-Run-Logistik, bei der ein Fahrzeug Teile von mehreren Zulieferern auf einer festen Route abholt, hält die Transportkosten niedrig und ermöglicht häufige Lieferfenster, oft mehrmals täglich für Hochvolumen-Komponenten.
JIT reduziert Lagerhaltungskosten und Fabrikfläche dramatisch, nimmt aber den Puffer, der Störungen abfängt. Eine Verspätung beim Zulieferer, ein Qualitätsmangel oder ein Transportausfall können die gesamte Linie innerhalb von Stunden lahmlegen. Viele Hersteller nutzen einen hybriden Ansatz: JIT für schnelldrehende, zuverlässige Komponenten; Sicherheitsbestände für kritische oder volatile Artikel. Die Überschwemmungen in Thailand 2011 und die Halbleiterkrise 2020 offenbarten die Fragilität rein schlanker Lieferketten.
Die Umsetzung erfordert Disziplin: genaue Bedarfssignale, Zuliefererleistung auf vereinbarter Qualität, stabile Produktionsmengen und kurze Lieferzeiten. Das System funktioniert gut bei etablierten Produkten mit vorhersehbarem Bedarf und bewährten Lieferbasen. Neue Produktstarts, saisonale Schwankungen oder geografisch verteilte Zulieferer machen JIT schwieriger, ohne erhebliche Puffer aufrechtzuerhalten.
Der Name ist wörtlich gemeint. Teile kommen gerade recht an, nicht früher, nicht später. Dies steht in scharfem Kontrast zur früheren Chargen-und-Warteschlangen-Fertigung, bei der Material in großen Losen durch die Fabrik floss und sich Warteschlangen an jedem Schritt aufbauten. JIT verlangt stattdessen, dass Arbeit Material nur bei Bedarf nachzieht, das Umlaufbesteck senkt und Ineffizienzen im Produktionsprozess selbst offenlegt, anstatt sie unter Beständen zu verstecken.