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Bauwesen

Kletterschalung

Englisch: jumpform

Eine Art Schalung; eine temporäre Holzform, in die Beton gegossen wird, um aufsteigende Betonkonstruktionen zu erzeugen, die mit dem Bauprozess mitwachsen.

Spritzform: Kletterschalung, die mit jedem Betoniervorgang nach oben wandert

Eine Spritzform ist ein selbstklimmendes Schalungssystem zum Betonieren hoher vertikaler Strukturen, typischerweise bei Brückenpylonen, Kernen von Hochhäusern und Hochbauten. Die Schalung besteht aus einem Stahl- oder Holzgerüst mit Verkleidungsmaterialien (Sperrholz oder Stahlplatten), die den frischen Beton aufnehmen. Sobald der Beton eine ausreichende Festigkeit erreicht hat, heben hydraulische Zylinder oder Strangjacks, die an der Schalung befestigt sind, das gesamte System vertikal an und der Zyklus wiederholt sich. Die Schalung wandert quasi von selbst zur nächsten Betonierhöhe, während die Struktur wächst.

Das System macht das Demontieren und Neuaufbauen der Schalung auf jeder Etage überflüssig, was Zeit und Arbeitskräfte bei großen sich wiederholenden Strukturen spart. Ein typischer Zyklus dauert je nach Betonersatzbedarf und Hubhöhe 3 bis 7 Tage. Hubleisten liegen üblicherweise bei 2 bis 3 Metern pro Zyklus, manche Systeme arbeiten mit 4-Meter-Hüben. Die Schalung trägt ihr Eigengewicht plus das Gewicht des frischen Betons und temporäre Lasten während Betonage und Aufbauphase.

Wie es funktioniert und was schiefgehen kann

Die Schalung wird durch ein System von horizontalen oder radialen Stützen (sogenannte Joche oder Konsolen) gegen die Struktur gehalten, die Lasten in bereits verlegten Beton eintragen. Diese Stützen müssen beim Klettern gelöst und neu positioniert werden. Die richtige Reihenfolge ist entscheidend: Der Beton muss genug Festigkeit entwickeln, um das Eigengewicht der Schalung plus alle Verkehrslasten von Arbeitern und Geräten zu tragen, bevor gehubst wird. Zu frühes Hubsen kann zum Reißen des Betons oder Verdrehen der Schalung führen. Synchrones Heben über mehrere Zylinder ist unverzichtbar, um Verformungen oder Schieflage zu vermeiden.

Spritzformen erfordern genaue Planung und Abstimmung mit der Betonabbindung. Temperatur, Zementart und Betonzusatzmittel beeinflussen die Zykluszeit. Kaltes Wetter verlängert die Abbindedauer und verzögert das nächste Heben. Das System verlangt auch erfahrene Bedienleute, die mit hydraulischen Hubvorgängen und Lastüberwachung vertraut sind.

Der Begriff stammt unmittelbar von der zyklischen Bewegung: Die Schalung "springt" nach oben, sobald jede Betonierphase abgeschlossen ist. Diese Bezeichnung unterscheidet sich von Kletterschalungen, die sich kontinuierlich beim Abbinden des Betons bewegen, und von konventionellen Schalungen, die von außen demontiert und versetzt werden. Spritzformen sind wirtschaftlich am sinnvollsten bei Strukturen mit ausreichend wiederholter Höhe, um die Einrichtungskosten und die spezialisierte Arbeitskraft zu rechtfertigen.

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