Davit
Englisch: davit
Ein Kran, oft in Paaren angeordnet und üblicherweise aus Stahl gefertigt, zum Herablassen von Gegenständen über eine Kante, wie zum Herunterlassen einer Wartungsplattform an einer Fassade oder zum Aussetzen einer Rettungslieferung über die Bordwand eines Schiffes.
Davit: der Kran, der über eine Kante hinausragt
Ein Davit ist ein Hebekran, der an der Kante einer Plattform, eines Decks oder einer Gebäudefassade montiert ist und dazu dient, Lasten über einen Abgrund abzusenken und hochzuziehen. Die Konstruktion ragt von der Auflagefläche ab und ermöglicht es, Lasten frei neben der darunter liegenden Struktur zu bewegen. Davits werden aus Stahlkonstruktionen gefertigt, typischerweise in Rohr- oder I-Träger-Ausführung, und haben eine Tragfähigkeit von wenigen hundert Kilogramm bei Fensterreinigungsanlagen bis zu 20 Tonnen und mehr bei Rettungsbootsystemen großer Schiffe.
Die klassische Davit-Anordnung nutzt zwei Einheiten im Paar, die in gleichem Abstand von der Kante positioniert sind. Jeder Davit trägt die halbe Last durch seinen eigenen Hubmechanismus, üblicherweise eine Drahtseilwinde mit manueller, hydraulischer oder elektrischer Antrieb. Auf Schiffen werden gepaarte Davits quer zum Rumpf in der Mittenschiffsebene oder am Heck montiert, wobei ihre Arme nach außen geneigt sind, damit ein gehissenes Rettungsboot beim Absenken die Reling freigibt. An Gebäuden können Fensterreinigungsdavits einen einzelnen schwenkbaren und teleskopierbar Arm nutzen, der verschiedene Fassadenbereiche erreichen kann.
Der Davit-Arm selbst besteht aus einem Ausleger (dem primären Strukturelement) und einem Hubpunkt an seinem freien Ende. Der Ausleger verbindet sich mit einer Basisstütze durch ein Zapfenlager (bei Armen mit festem Winkel) oder einen Schwenkring (bei drehbaren Armen). Der Auslegerwinkel, typischerweise 40 bis 60 Grad zur Horizontalen bei Schiffs-Davits, wird vom Hersteller so eingestellt, dass Reichweite und Strukturstabilität im Gleichgewicht sind. Das Drahtseil verläuft von der Winde über eine Rolle an der Auslegerspitze hinab zur Last.
Ausfallarten und Grenzen
Davits versagen meistens durch mangelhafte Wartung des Drahtseils, das bei Salzwasser- oder Witterungsbelastung rostet und aufzerfasert. Die Hubwinde-Bremse, eine kritische Sicherheitskomponente, kann unzuverlässig werden, wenn nicht nach vorgegebenen Inspektionsintervallen gewartet wird. Überbelastung ist ein dauerhaftes Risiko bei älteren Anlagen, wenn Tragfähigkeitsgrenzen nicht deutlich gekennzeichnet sind. Strukturrisse entstehen an Schweißstellen, besonders wo der Ausleger an der Basis anschließt, unter wiederholten Zyklen von Lastbewegung und Windbelastung. Verwwicklungen von Personal in gehissen Lasten oder Seilen bleiben ein erhebliches Betriebsrisiko.
Der Begriff Davit stammt vom Altfranzösischen davie ab, möglicherweise verknüpft mit einem Eigennamen, wobei die genaue Etymologie unter Maritimhistorikern umstritten ist. Es ist seit mindestens dem 17. Jahrhundert Standardvokabular der Schifffahrt. Außerhalb der Schifffahrt erscheinen Davits im Bauwesen unter unterschiedlichen Regionalnamen: Europäische Fassaden-Zugangssysteme können Fensterreinigungsdavits oder einfach hängende Arbeitskörbe genannt werden, während die tragbaren Gegenstücke in Bergung und Rigging manchmal Scherwerkzeuge oder A-Rahmen heißen. Alle Varianten folgen demselben Grundprinzip: eine auskragende Balkenstruktur, die die Last seitlich von der Stützstruktur wegpositioniert.