Verteilkasten
Englisch: junction box
Ein Kasten, durch den die Hauptleiter eines Stromverteilungssystems führen und wo die Verbindung mit Nebenleitungen oder zur Verlängerung von Stromkreisen hergestellt wird.
Anschlussdose: wo elektrische Stromkreise sich aufteilen und verbinden
Eine Anschlussdose ist ein Gehäuse, in der Regel aus Metall oder Kunststoff, das auf oder in einer Wand, einem Boden oder einem Gerät montiert wird. Hier treten elektrische Leiter ein oder aus, verbinden sich oder teilen sich in verschiedene Stromkreise auf. Im Inneren der Dose werden isolierte Drähte mit Klemmleisten, Verbindungsklemmen, Kabelschuhen oder mechanischen Verbindern zusammengefasst. Das Gehäuse selbst enthält diese Verbindungen und schützt sie vor Kontakt, Staub, Feuchtigkeit und Beschädigungen. Es dient als physischer Verzweigungspunkt, an dem sich die Stromrichtung ändert, sich in mehrere Pfade aufteilt oder zwischen verschiedenen Kabeltypen oder Querschnitten wechselt.
Anschlussdosen gibt es in mehreren Standardausführungen. Aufputzdosen ragen aus der Wand heraus und sind typisch für ältere Installationen oder dort, wo das Verlegen von Kabeln in der Wand unpraktisch ist. Unterputzdosen sitzen bündig mit der Wandoberfläche in modernen Wohn- und Gewerbegebäuden. Tiefe Dosen nehmen größere Kabelmengen und mehrere Verbindungen auf; flache Dosen bewältigen einfachere Anordnungen. Explosionsgeschützte Anschlussdosen aus Gusseisen mit Klassifizierung für Klasse-I- oder Klasse-II-Gefahrenzonen haben Gewindelöcher und sind versiegelt, um zu verhindern, dass Lichtbögen umgebende Gase oder Staub entzünden. Anschlussdosen in Schiffsqualität verfügen über Edelstahl oder hochwertige Korrosionsschutzschichten für Salzwasserumgebungen.
Materialien, Größenbestimmung und Elektrovorschriften
Metallgehäuse bestehen in der Regel aus verzinktem Stahl oder Aluminium und bieten Dauerhaftigkeit und elektromagnetische Abschirmung. Kunststoffdosen sind kostengünstiger und korrosionsbeständig, sind aber in bestimmten Anwendungen eingeschränkt, beispielsweise in Gewerbegebäuden oder dort, wo hohe Stromdichten Wärme erzeugen. Das Innenvolumen einer Dose wird in Kubikzoll gemessen; die National Electrical Code (NEC) in den USA schreibt Mindestvolumina vor, die auf dem Drahtquerschnitt und der Anzahl der in die Dose eintretenden Leiter basieren. Dies stellt sicher, dass ausreichend Platz zum Bearbeiten der Drähte vorhanden ist, ohne die Isolierung zu beschädigen oder gefährliche Belastungspunkte zu schaffen.
Häufige Mängel in Anschlussdosen sind lockere oder korrodierte Verbindungen, die Wärmeverluste und mögliche Brandgefahren verursachen; zu große oder zu kleine Dosen, die Wärme stauen oder nicht genug Platz für die Verdrahtung bieten; und Wassereintritt an Außen- oder feuchten Standorten, was zu Lichtbögen und Kurzschlüssen führt. Feuchtigkeit und Korrosion sind die Hauptfeinde. Richtige Zugentlastung an Kabeleinführungen, Tropfschleifen bei vertikalen Verläufen und Dichtungen an Außendosen mindern diese Risiken. Regelmäßige Inspektionen auf Verfärbungen, Hotspots und verbrannte Isolierung sind notwendig.
Der Begriff Anschlussdose spiegelt ihre Kernfunktion wider: Sie ist der Punkt, an dem sich elektrische Systeme verbinden, treffen und zusammenschließen. Sie unterscheidet sich von einem Schaltkasten oder Sicherungskasten, der Überstromschutzgeräte enthält, und von einer Zugleitung oder Zugdose, die größer ist und in erster Linie zum Verlegen von Drähten dient, nicht zum Anschluss. In industriellen Anwendungen findet man Anschlussdosen häufig an Motoranschlussleisten, wo Steuerleitungen mit Stromzuführungen verbunden sind, und an der Kreuzung von Versorgungsleitungen und Verteilungszweigen. Eine fachgerechte Installation und Kennzeichnung von Anschlussdosen sind für Sicherheit, Wartungszugang und Vorschrifteneinhaltung entscheidend.