SBPS
Abkürzung für Stromversorgungssystem/Stromversorgung im Standby-Betrieb.
SBPS: Notstromanlage, die bei Netzausfall aktiviert wird
Eine Notstromanlage ist eine Zusatzstromversorgung, die automatisch anspringt, wenn der Strom aus dem öffentlichen Netz ausfällt. Sie hält kritische Geräte während Stromausfällen, Spannungsabfällen oder absichtlichen Abschaltungen in Betrieb. In Industrieanlagen besteht eine SBPS typischerweise aus einem Diesel- oder Erdgasgenerator, einem automatischen Umschalter, Ladegeräten für Akkus und einer Steuerlogik, die den Spannungsausfall erkennt und den Motorstart innerhalb weniger Sekunden einleitet.
Der automatische Umschalter ist das Herzstück der Anlage. Wenn die Netzspannung unter einen Schwellenwert fällt, normalerweise auf etwa 80 bis 90 Prozent der Nennspannung eingestellt, signalisiert der Schalter dem Generator, zu starten, und wartet, bis dieser stabile Frequenz und Spannung erreicht, bevor die Last umgeschaltet wird. Die Umschaltung muss abgeschlossen sein, bevor Kondensatoren in der Last zu weit entladen, üblicherweise innerhalb von 4 bis 10 Sekunden je nach Empfindlichkeit der Geräte. Unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) mit Akkupuffer werden manchmal vorgelagert eingesetzt, um diese Umschaltlücke bei äußerst kritischen Lasten zu überbrücken.
SBPS unterscheidet sich von einer unterbrechungsfreien Stromversorgung darin, dass sie kurze Unterbrechungen toleriert und sich auf den Motorstart statt auf Akkureserven verlässt. Eine USV liefert Strom sofort; eine SBPS liefert Strom, der innerhalb weniger Sekunden verfügbar ist. Das macht SBPS wirtschaftlich für Anwendungen, bei denen wenige Sekunden Ausfallzeit akzeptabel sind: Rechenzentren, Krankenhäuser, Fertigungsanlagen und Telekommunikationsstationen nutzen SBPS zum Schutz vor Ausfällen, die sonst den Betrieb für Stunden lahmlegen würden.
Die Zuverlässigkeit einer SBPS hängt von regelmäßiger Wartung ab. Dieselmotoren müssen monatlich unter Last betrieben werden, um Treibstoffverharzen und Einspritzdüsenverschmutzung zu verhindern. Ladegeräte müssen den Startakku vollgeladen halten. Umschalter müssen auf korrekte Spannungserkennung und Schaltgeschwindigkeit überprüft werden. Tanks erfordern Kontrolle auf Wasserverunreinigung und Füllstand; ein voller Tank, der monatelang ungenutzt steht, kann im Tankboden mikrobielles Wachstum entwickeln.
Die Auslegung einer SBPS wird durch die Spitzenlast, die sie tragen muss, plus Sicherheitsmarge bestimmt. Eine Überauslegung kostet mehr, verbessert aber die Lebensdauer des Generators und ermöglicht zukünftige Erweiterungen. Eine Unterauslegung führt dazu, dass der Generator unter Last stotert oder die vollständige Umschaltung nicht akzeptiert. Industrieanlagen installieren typischerweise SBPS mit einer Leistung von 75 bis 150 kW für mittlere Betriebe; größere Anlagen setzen mehrere Einheiten in Parallelkonfiguration ein.