Schlüsselloch
Englisch: keyhole
Ein Loch oder eine Aussparung in Balken zum Verbinden, die den Schlüssel aufnimmt, der sie zusammenhält.
Schlüsselloch: Mortisenut für einen hölzernen Schlüsselkeil
Ein Schlüsselloch in der Zimmerei ist eine rechteckige oder trapezförmige Vertiefung, die in die Fläche oder Kante eines Balkens, einer Holzverbindung oder einer Holzrahmenkonstruktion geschnitten wird. Sie nimmt einen hölzernen Schlüssel auf, auch Schlüsselkeil oder Durchzapfen genannt, der zwei Balken durch Reibung und mechanische Verzahnung miteinander verriegelt. Der Keil wird quer zur Holzfaserung ins Schlüsselloch getrieben, presst die Fasern des aufnehmenden Holzes zusammen und erzeugt eine Verbindung, die Zugkräften und Scherkräften widersteht.
Die Schlüssellochöffnung ist in der Regel an ihrer Eintrittsstelle größer als in der Tiefe, mit leichtem Schnittwinkel oder abgeschrägten Wänden ausgeführt. Diese Verjüngung ermöglicht es dem Keil, beim Eindringen fest zu keilen. Die Tiefe des Schlüssellochs wird so berechnet, dass der Keil vollständig eingreift, ohne die gegenüberliegende Balkenfläche zu durchbrechen. In Holzrahmenhäusern und größeren Zimmerarbeiten finden sich Schlüssellöcher häufig in Balkenverbindungen, Kopfbändern und Überblattungen, wo Bolzen oder Metallanker unpraktisch oder unerwünscht sind.
Ausführungen und Materialien
Ein Schlüsselloch kann für einen Hartholzkeil, Weichholzkeil oder in manchen Fällen einen Verbundwerkstoffkeil ausgeführt werden. Eichen- und Eschekeile sind wegen ihrer Härte und Druckfestigkeit bevorzugt. Das Schlüsselloch selbst wird normalerweise mit Meißel und Säge oder mit einer Fräsjig hergestellt. Die Industriefertigung nutzt Mortisemaschinen. Die Abmessungen variieren stark: kleine Schlüssellöcher für Dachbinder könnten 25 x 50 mm sein, während große Strukturschlüssellöcher in Trägern 75 x 150 mm übersteigen können.
Schlüssellöcher unterscheiden sich von Mortisen dadurch, dass sie typischerweise quer zu einer sichtbaren Fläche geschnitten werden und einen von außen eingetriebenen Keil aufnehmen, anstatt einen Zapfen zu erhalten, der am Ende eines angrenzenden Teils vorbereitet ist. Schlüssellöcher unterscheiden sich auch von Schwalbenschwanznuten, die anders gewinkelt sind und ein anderes Verriegelungsprinzip verfolgen. In der modernen Zimmerei sind Schlüssellöcher seltener als früher im Holzrahmenbau, da Bolzen, Schrauben und Metallplatten Standard geworden sind; sie bleiben jedoch in Denkmalsanierungen, großen Holzspannweiten und dort in Gebrauch, wo traditionelle Verbindungen vorgegeben sind.
Der Begriff Schlüsselloch spiegelt Form und Funktion wider: die Vertiefung ähnelt einem Schlüsselloch in einem Türschloss, und die Keilwirkung ist analog dazu, wie ein Schlüssel in ein Schloss eingreift. Ein schlecht geschnittenes Schlüsselloch, das zu flach oder zu breit ist, hält den Keil nicht sicher fest und die Verbindung versagt unter Last. Ein Schlüsselloch mit falschem Winkel oder unzureichender Tiefe führt dazu, dass der Keil splittert oder das Holz um die Öffnung reißt.